Frau Heymlichs Plaudereien No. 01 “Empty Nest” oder “Das Gefühl, wenn die Kinder ausziehen”

 Letzte Woche habe ich dir von meinen Gefühlen bezüglich des Auszugs von Fräulein Alltagsfeierin geschrieben: Seelensachen No. 39 * Wenn Kinder ausziehen * und diese Woche übergebe ich an Frau Heymlich, die mit dir ihre ganz persönliche Geschichte teilt: “Empty Nest”. Denn jede Mama empfindet das anders und das möchten wir gerne mit dir teilen:

Gib mir Flügel, halt mich fest
Schubs’ mich raus aus deinem Nest
Es gibt keinen Grund zu Zweifeln
Schau’ ich land’ auf beiden Beinen

(Quelle: Lotte – Auf beiden Beinen)

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Loslassen und Festhalten

Ein schöner Song übers Loslassen und Festhalten. Man ist nicht wirklich auf den Moment vorbereitet, wenn die Kinder ausziehen. Er kommt immer zu schnell. Und auch nicht auf die emotionale Achterbahn, die sich damit in Gang setzt. Natürlich wollen wir, dass unsere Kinder selbstständig werden und auf eigenen Beinen stehen. Soweit die Theorie. Tatsache ist, es ist ein einschneidendes Erlebnis, für beide Seiten der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Ich bin Mutter von drei Söhnen, zwei sind schon ausgezogen, mein Jüngster wird dieses Jahr das Nest verlassen.

Teilzeitmutter

Was bei mir etwas anders ist: ich bin seit über neun Jahren „nur noch“ Teilzeitmutter. Soll heißen, dass meine Kinder seit unserer Trennung nur noch die halbe Woche bei mir sind bzw. waren, die andere Hälfte bei ihrem Papa. Mein Ex-Mann und ich haben uns für das sogenannte Wechselmodell entschieden. Wir wohnen sehr nah beieinander, so dass das gut umsetzbar ist und die Kinder dadurch zwei Zuhause haben.

Das klingt vielleicht nüchtern und pragmatisch. Mitnichten! Es hat mir das Herz zerrissen. Die Vorstellung, meine Kinder nicht mehr jeden Tag zu sehen, war unerträglich für mich. Aber das ist eine andere Geschichte.

Fällt es mir dadurch leichter, sie gehen zu lassen? Ja und nein. Durch mein Teilzeitmutter-Dasein habe ich seit langem viele Freiräume und gelernt, mein eigenes Leben zu gestalten. Noch mehr davon will auch erstmal sinnvoll gefüllt werden. Zum Glück habe ich dafür genug Ideen und Ziele. Was mir jetzt aber noch stärker auffällt, ist, dass ich (selbst gewählt) allein bin und eben kein Teil eines Paares, das sich nach dem Auszug der „Kleinen“ neu findet, die Zweisamkeit genießt, streitet oder was auch immer.

Vieles fühlt sich nach dem Auszug auf einmal zu groß an, die Wohnung, die Töpfe und die Waschmaschine. Andererseits, die Tatsache, dass die Kinder ausziehen, bedeutet nicht automatisch, dass sie dann auch all ihre Sachen mitnehmen ;-)))))). Da gibt es durchaus noch Verbesserungspotential ;-)))))!

Frau Heymlichs Plaudereien No 1, Empty-Nest

Es braucht Zeit, sich an das Empty Nest zu gewöhnen

Wie bei allen großen Veränderungen braucht man Zeit, sich darin zurechtzufinden, Neues zu entdecken und auch zu genießen.

Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen“ (Maria Montessori).

 

Frau Heymlichs Plaudereien No 1, Empty-Nest

Ich wünsche mir, dass meine Wegbeschreibung so gut ist, dass sie ihr Ziel, wo immer es auch liegt, erreichen.

Es ist schön zu erleben, wie meine Jungs ihren Alltag und ihre Herausforderungen meistern. Und dass sie gerne nach Haus kommen, auch wenn das für sie bedeutet, ihre Zeit wieder zwischen Papa und Mama aufzuteilen.

Ich genieße diese „neue“ Zeit, die wir miteinander verbringen, egal in welcher Konstellation. Am liebsten natürlich alle zusammen. Und ja, es tut mir jedes Mal ein bisschen weh, wenn sie wieder gehen. Das gehört dazu! Mama eben…

So, genug geplaudert ;-)))). Hab einen schönen Tag!

Gabi aka Frau Heymlich

P. S. Frau Heymlich hat übrigens hier schon einmal geschrieben und wird es nun auch öfters tun, schreib uns gerne, wie dir das gefällt. Wenn du bis dahin noch mehr von ihr lesen möchtest hier geht’s zu ihrem Instaaccount.

Frau Heymlichs Plaudereien No 1, Empty-Nest

Frau Heymlichs Plaudereien No 1, Empty-Nest

Frau Heymlichs Plaudereien No 1, Empty-Nest

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Conny Schneider
    22. Januar 2020 13:28

    Oh ja…. Vieles kann ich unterschreiben, was du geschrieben hast, liebe Gabi. …Auch wenn der Auszug meiner Kinder schon etwas länger her ist…
    Ich erinnere mich noch total gerührt daran, als meine Tochter (=2. Kind) mir beichtete, dass sie sich ein WG-Zimmer angeschaut hat: unter Tränen meinte sie “Eigentlich will ich doch gar nicht ausziehen…” – Aber es war Zeit und am Ende richtig so…
    Mein Sohn hat während seiner Ausbildung schon nur noch am Wochenende bei uns gewohnt und musste nach vermasselter Prüfung noch mal bei uns unterkriechen… Das war eine extrem harte Zeit, denn eigentlich war er ja schon selbständig und musste sich noch mal “einordnen”!
    Heute ist alles gut, dass Verhältnis zu beiden grossartig. Man nimmt an ihrem Leben teil, ist aber nicht mehr verantwortlich und genießt die weiteren Lebensstufen!
    Schön von dir hier gelesen zu haben.
    LG Conny
    (coschcato)

    Antworten
  • Hallo Gabi, ich kann dich verstehen. Meine Tochter ist vor 3 Jahren zum Studium gegangen und somit ausgezogen in eine WG, ca. 2,5h entfernt. Nach einem halben Jahr ( Umzug wegen schrecklicher WG) ist sie ein bisschen näher an uns wieder rangekommen mit ihrem Wohnort, nur noch 1,5h entfernt aber sie hat jetzt eine gemeinsame Wohnung mit ihrem Freund und daher kommen sie nur noch alle 4 Wochen zu uns über das Wochenende. Dies wird dann immer zelebriert mit allem was es gibt…Unser Sohn fängt dieses Jahr eine Lehre an, aber hat immer gesagt er zieht nicht weg und hat auch was bei uns gefunden und bleibt, was mich natürlich freut. Er hat schliesslich seid 3 Jahren das Gefühl wie ein Einzelkind. LG Cindy

    Antworten

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