Welcome to Tehran mit Susan von labsalliebe.com

Tehran, Reisebericht, Collage Tehran, Teheran

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Salam und Hallo, ich heiße Susan und bin halb Perserin und halb Deutsche. Ich freue mich sehr, bei der Aktion #reisenzuhause von der lieben Bettina dabei zu sein, um dir meine Heimat vorzustellen.

Susan von labsalliebe.com, Reisebericht Tehran - Teheran

Fotocredit Susan

Ich bin in Tehran geboren und habe bis zu meinem 14. Lebensjahr auch dort gelebt. Seit 40 Jahren lebe ich nun in Deutschland und arbeite als selbständige Heilpraktikerin in eigener Praxis. Zum Ausgleich schreibe ich seit 2015 auf meinem persischen und orientalischen Blog labsalliebe.com meine persischen Familienrezepte auf und berichte über unsere Reisen.

Fans von Städtereisen reisen meist nach Paris, London oder gar New York. Heute entführe ich dich in den Orient, genauer gesagt nach Persien, das heutige Iran. Ich zeige dir einige Highlights meiner Geburtsstadt Teheran (Tehran), die nicht in jedem Städteguide aufgeführt sind. Teheran oder „Tehroon“ wie wir es liebevoll in der Umgangssprache nennen, ist als Urlaubsziel vielleicht noch nicht so bekannt.

Aber mit seinen prächtigen Gebäuden und seinen herzlichen Menschen ist es unbedingt eine Reise wert. Die Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit der Perser sind nach wie vor auf der ganzen Welt nicht zu übertreffen. Also mache es dir gemütlich und lass dich von mir zu den versteckten Schätzen von Teheran entführen. Wenn du magst, kannst du dir dabei die Playlist mit meiner persischen Lieblingsmusik anhören:

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TEHRAN – DER WARME ORT

Tehran, Reisebericht, Collage Tehran, Bild 1

Fotocredit: Susan

Welcome to Tehran! Oder Welcome to Iran! Diesen Satz wirst du ständig aus lachenden und offenen Gesichtern in Teheran hören. Tehran bedeutet „der warme Ort“ und für mich spiegelt dies die Wärme der Menschen, die diese Stadt prägen, wider.

Tehran ist die Hauptstadt von Iran und liegt im Norden des Landes. Im Süden grenzt die Stadt an sandige Steppe und im Norden meißelt sie sich in das Elborz Gebirge hinein.

In Tochal auf dem Hausberg Teherans, kannst du sogar in einer Höhe von 3700 Metern wunderbar im Pulverschnee Skifahren. Heute leben ca. 16 Millionen Menschen in der Hauptstadt und immer mehr drängen in die ständig expandierende Metropole, die Wohlstand und Moderne verspricht.

Teheran ist sehr modern und bietet gleichzeitig viele traditionelle, kulturelle, architektonische, kulinarische und historische Sehenswürdigkeiten. Du kannst wählen zwischen hippen oder traditionellen Cafés oder auch Restaurants und zwischen Basaren oder modernen Shopping Mals.

Der Verkehr in Tehran ist schon sehenswert, denn es scheint alles sehr chaotisch und aufregend. Bist du schon mal in Rom Auto gefahren? Dann stelle dir die zehnfache Steigerung vor, dann hast du eine vage Ahnung, wie es in Teheran zugeht. Autos, Motorräder, LKWs und dazwischen Fußgänger, die aus dem Nichts auftauchen. Fahrbahnmarkierungen, Ampeln und Verkehrszeichen „Was ist das?“

Aus drei Spuren werden locker 12 und ständig hupend wird hier Millimeterarbeit geleistet. Zu Rushhour-Zeiten bis in die Nacht hinein sind die Straßen verstopft, Staus über Staus. Mehrere Highways bestimmen das Bild der Stadt, denn sie führen in und durch das Stadtzentrum und sollten eigentlich die Straßen entlasten. Zur Verkehrsentlastung dürfen an einem Tag nur Fahrzeuge mit geraden und am nächsten Tag die mit ungeraden Nummernschildern fahren.

Als Fußgänger solltest du jedoch beim Überqueren der Straße sehr schnell und flink sein, denn Autofahrernehmen leider keine Rücksicht auf dich. Hier herrscht die Vorfahrt des Stärkeren.

Alle Sehenswürdigkeiten der Stadt erreichst du ganz einfach mit der Metro. Die Metro wird auch sehr gerne genutzt und alleinreisende Frauen haben hier die Möglichkeit, in eine reine Frauenabteilung einzusteigen.

Hier werden auch unter der Hand von fliegenden Händlerinnen Schmuck, Dessous, Make-Up, Rasierer und alles, was Frauenherzen begehren, gehandelt. Taxifahrten in Tehran sind ebenfalls spannend, winke einfach am Straßenrand, schon hält ein leeres Taxi und ihr klärt während der Fahrt, wohin du möchtest.

Wenn schon Gäste im Taxi sitzen, wird geschaut, ob du den gleichen Weg wie die anderen hast, dann kannst du einfach zusteigen. So kommt es häufig vor, dass bis zu 5 Personen zusammengequetscht in einem Taxi sitzen.

Die beste Reisezeit ist von Mitte April bis Anfang Juni und dann wieder von Ende September bis Anfang November, denn im Sommer kann es sehr heiß werden.

Temperaturen bis 45° sind normal. Im Winter hingegen wird es sehr kalt und es schneit häufig. Auch im Fastenmonat Ramadan empfehle ich nicht nach Teheran zu reisen, denn viele Restaurants und Sehenswürdigkeiten haben in dieser Zeit geschlossen. Die schönste Reisezeit ist Mitte März, wenn unser Neujahrsfest vor der Tür steht. Es ist zu vergleichen wie New York in der Vorweihnachtszeit. Alle sind mit den Vorbereitungen für das Fest beschäftigt und es ist einfach unbeschreiblich, das muss man erlebt haben.

KLEIDERVORSCHRIFTEN IM IRAN

Reisebericht Tehran, Kleiderordnung auch für Urlauber, Bild 2

Fotocredit: Susan

HEDJAB! Die Kleidung muss Handgelenke und Knöchel bedecken, dies gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Die Haare der Frauen müssen bedeckt sein, deshalb gibt es eine Kopftuchpflicht auch für Touristinnen.

Die meisten Perserinnen tragen ein Kopftuch und ziehen einen Manto an – hierbei handelt es sich um Mäntel, die enger anliegen  und bis knapp über die Knie reichen. Heute tragen die jungen Mädchen eher stylische Tunikas, die gerade so das Hinterteil bedecken.

Ihre Kopftücher werden wie Schals leger um den Kopf getragen. Diese rutschen zwar häufig herunter und lassen ihre Haare durchblicken. So siehst du immer wieder Frauen an ihren Schals herum zupfen. Sie reizen so die Grenzen aus, um ein bisschen Freiheitsgefühl zu haben.

Du wirst aber auch einigen Frauen im Tschador begegnen, diese sind meist sehr religiös. Der Tschador ist ein schwarzes Tuch, das den ganzen Körper verhüllt und lediglich das Gesicht zeigt. Manchmal tragen Frauen auch helle und freundliche Tschadors mit bunten Blümchen darauf, das sind die Gebets-Tschadors, die zum Beten in der Moschee verwendet werden.

GOLESTAN PALAST

GOLESTAN PALAST, Tehran, Reisebericht, Collage Tehran, Teheran

Fotocredit: Susan

Jeki Bood, Jeki Nabood! Es war einmal … so könnte die Geschichte vom Golestan Palast anfangen. Der Palast entführt dich in die Zeit der  Kadjaren und zeigt, in welchem Luxus einst die Herrscher residiert haben.

Sogar die UNESCO hat den Golestan Palast zum Weltkulturerbe ernannt. Der „Palast des Rosengartens“ so heißt er übersetzt, gehört zu den ältesten, größten und auch besterhaltenen historischen Monumenten Teherans, eine architektonische Pracht. Ein „Must See“ in Teheran!

Der großzügige Park wurde im Laufe der Jahre verkleinert und ist einem neuen Viertel zum Opfer gefallen. Der Garten ist trotzdem noch wirklich groß, also kannst du dir vorstellen, wie riesig er vorher war. Die Palastmauern sind mit prächtigen Ornamenten und bunten Fliesenmosaiken mit Blumenmuster, Vogel- und Jagddarstellungen geschmückt, die wunderbare Geschichten erzählen.

In den 17 prachtvollen Gebäuden, die über Generationen von unterschiedlichen Herrschern errichtet wurden, reiht sich ein prunkvolleres Zimmer an das nächste. Z.B. thront der Tacht-e Tawus (Pfauenthron), ein prachtvoller Thronsessel verziert mit Blattgold und mit über 26.000 Edelsteinen, im prunkvollen Thronsaal.

GRAND BAZAR TEHRAN – BAZAR-E BOZORG-E TEHRAN

GRAND BAZAR TEHRAN – BAZAR-E BOZORG-E TEHRAN, Tehran, Reisebericht, Collage Tehran, Teheran

Fotocredit Susan

Yallah Yallah! Komm, stürz dich mit mir mitten hinein in das bunte, quirlige und lebhafte Treiben des Teheraner Basars. Der Grand Bazar Tehran ist nur wenige Gehminuten vom Golestan Palast entfernt undganz schön weitläufig, ein Labyrinth, das sich über 10 km erstreckt.

Neben dem Haupteingang gibt es zum Glück jede Menge weitere Eingänge. Hier drängeln sich tausende Perser zum täglichen Einkauf, es gibt nichts, was es nicht gibt.

Ob Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Säcke voll Nüsse, Tee, Kleidung, Stoffe bis hin zu Ramsch, hier findest du alles, was du brauchst. Die Gassen im Basar sind eng und lebhaft, immer wieder kommen Laufburschen mit einem Sackkarren voller Ware durch die Gassen gerannt, also  Achtgeben und die Augen offen halten, denn der Laufbursche hat immer Vorfahrt.

Auch Motorradfahrer begegnen dir in den Gassen. In vielen Ländern nerven im Basar die aufdringlichen Händler, die einen unbedingt in das Geschäft locken wollen. Dies passiert dir im Grand Bazar gar nicht, denn er ist absolut untouristisch und du wirst allenfalls freundlich gegrüßt, alles ist entspannt und du kannst in Ruhe die Waren betrachten.

Der Basar ist thematisch in mehreren Gassen angeordnet, die sich auf bestimmte Waren spezialisieren. Ich empfehle dir hier, Gewürze zu besorgen, lass dich in der Gewürzgasse von den Düften der aufgetürmten Gewürze von Kurkuma bis Safran betören. Auf jeden Fall empfehle ich auch die Goldgasse zu besuchen, hier glitzert und funkelt es und es gibt Goldschmuck, wohin das Auge blickt.

In der Teppichgasse kannst du dich von den schönsten handgeknüpften persischen Teppichen inspirieren lassen. Gerne laden die Teppichhändler dich auf eine Tasse Tee ein, um dir in aller Ruhe ihre wertvollen Teppiche zu zeigen.

Ich liebe ja das persische Kupferhandwerk, also unbedingt auch mal in dieser Themengasse vorbeischauen. Meine absolute Empfehlung für den Basar ist ein Besuch in Haji Ali Darvish Teehaus, das kleinste Teehaus Irans. Probiere hier einen Safrantee oder den persischen Chai und schau einfach dem bunten Treiben zu.

Der älteste Teil des Bazars ist der Oudlajan Bazaar, hier findest du auch die allererste persische Bank. Der Weg hierher lohnt sich abermals. Schau auch mal nach oben und bewundere die wunderschönen Ziegelkuppeln. Im Basar gibt es einige Moscheen und auch diese sind wirklich sehenswert.

TAAROF – EINE PERSISCHE ETIQUETTE

Muster, Fließen, Kacheln, Ornamente in Tehran

Fotocredit: Susan

GHABEL NADARE! Solltest du auf dem Basar etwas Schönes finden und auch kaufen wollen, dann wirst du in eine schöne Etiquette, das wir Taarof nennen, eingeführt.

Taarof begegnet dir im täglichen Leben, ob im Restaurant, im Laden, Café, Taxi oder sonstwo, lass dich einfach auf dieses Höflichkeitsspiel ein.

Ein einfacher Kauf wird durch Taarof etwas Zeit in Anspruch nehmen. Taarof dient dazu, den anderen zu respektieren und zu ehren, ihn hochzuheben und sein Gesicht zu wahren. Nach dem Motto: wer Ansehen gibt, gewinnt zugleich selbst an Ansehen. Wenn du z. B. im Basar deine Ware zahlen willst, winkt zunächst einmal der Händler ab und sagt „Ghabel Nadare“, was übersetzt bedeutet:  „kein Geld der Welt ist soviel wert wie du, nimm es umsonst.“

Deine Aufgabe ist jetzt, dich zunächst mit einem „Mamnoon“, „Khahesh mikonam“ oder „Lotf darid“ zu bedanken, um dann nochmals auf jeden Fall nachzuhaken. Du wirst merken, dein Gegenüber leistet schon etwas weniger Widerstand.

Das ganze Ritual geht mindestens dreimal hin und her. Wenn er dir nun einen Preis nennt, dann solltest du trotzdem noch etwas verhandeln und nach dem letzten Preis fragen. Sobald der Preis geklärt ist, solltest du wirklich darauf bestehen, dass er das Geld annimmt und du wirst sehen, dass er es seufzend annehmen wird.

Jetzt endlich kann er das Geld oder eine Gefälligkeit annehmen, ohne als gierig zu gelten oder gar sein Gesicht zu verlieren. Seine Dankbarkeit zeigt er, in dem er seine Hand auf sein Herz legt und mit seinem Kopf mehrmals nickt und immer wieder „Merci, Merci“ sagt. Auf keinen Fall solltest du die Ware annehmen und weggehen, ohne zu bezahlen, denn sonst verlierst du dein Gesicht. Kein guter Deal!

BORJ-E MILAD – MILAD TURM

Borj-e mild - Milad Turm Tehran

Fotocredit Susan

In meiner Kindheit war der Azadi Turm das Wahrzeichen der Stadt Tehran. Nach dem Regierungswechsel beschloss die Regierung, ein neues Symbol ins Leben zu rufen und der Milad Turm wurde „geboren“.

Borj-e Milad bedeutet nämlich übersetzt „Turm der Geburt“. Es gibt einige Freizeitaktivitäten auf und rundum den Turm, z. B. kannst du dich im drehenden Restaurant mit einem 360-Grad-Blick verwöhnen lassen.

Oder besuche eines der vielen Konzerte, die regelmäßig hier stattfinden. Vom 435 Meter hohen Fernsehturm Borj-e Milad hast du einen grandiosen Panoramablick auf das Elburs-Gebirge und das geschäftige Treiben der Stadt.

Ich würde ein Besuch an einem Tag mit klarem Himmel empfehlen, sonst wirst du Tehran eher unter einer Smog Dunstglocke sehen. Wir sind abends hier hochgekommen, so hatten wir eine wunderschöne Aussicht über das nächtliche Lichtermeer Teherans. Eine Landschaft voller künstlicher Lichter, soweit das Auge reicht.

POL-E TABIAT – TABIAT BRÜCKE

Lichterspiel Tehran, Welcome to Tehran

Fotocredit: Susan

Tabiat bedeutet auf Farsi „Natur“ und „Pol“ Brücke, so verbindet die Naturbrücke zwei Parks in Tehran, den Taleghani Park mit dem Ab-o Atash-Park.

Die organisch geschwungene Brücke ist 270 Meter lang, wird nur von Fußgängern benutzt und unterhalb der Brücke führt ein vielbefahrener Highway entlang. Die Architektin Leila Araghian hat hier nicht nur eine Brücke gebaut, sondern einen Raum für Freizeit und Erholung geschaffen.

Hier treffen sich gerne Familien mit Kindern, junge Paare und genießen den Blick nach Norden über die Stadt auf die schneebedeckten Gipfeln des Elbors Gebirges. Gerne kehren die Besucher auch in den Cafés und Restaurants ein, die sich auf drei verschiedenen Ebenen befinden. Es gibt auch einige Bänke auf der Brücke, die zum Verweilen einladen.

Viele Teheraner machen auch bei schönem Wetter ein Picknick in den umliegenden Parks, gehen hierspazieren oder machen Sport. Die Brücke wird mit der 400 Jahre alten  Si-o-Se Pol Brücke in Isfahan verglichen, denn auch hier kommen seit  Jahrhunderten Menschen, um auf der Brücke zu verweilen. Die beste Zeit, um hierher zu kommen, ist zum Sonnenuntergang, sobald es dunkel wird leuchtet die Brücke in verschiedenen Farben.

PALLADIUM MALL

Palladium Mall, Tehran, einkaufen in Tehran, Teheran

Fotocredit Susan

Nachdem ich dich in den Süden Teherans in den Grand Bazar entführt habe, zeige ich dir nun die moderne Seite Teherans – die Palladium Mall im Norden der Stadt. Für mich eines der schönsten und luxuriösesten Einkaufszentren Teherans im Stadtteil Zafaraniyeh.

Hier findest du über 200 schicke Läden, die edle iranische und internationale Marken führen.  Gerne kaufen hier die Reichen und Schönen der Stadt ein, die Tehroonis.

Außerdem gibt es hier jede Menge Restaurants, die in Food-Courts, Coffee Shops und fine dining mit internationalem Flair aufgeteilt sind. Ob mexikanisch, ostasiatisch, amerikanisch, italienisch, persisch oder viele andere Länderspezialitäten, hier kannst du deinen plötzlichen  Hunger stillen. Plane am besten einen halben Tag zum Bummeln und Shoppen im Palladium Mall ein.

Möchtest du ein schönes Souvenir aus Tehran mitnehmen? Dann empfehle ich dir eines meiner Lieblingsgeschäfte, den Design Shop „Zeen Gallery“ im ersten Stock. Eine Galerie für persische Handwerkskunst mit einem gewissen modernen Touch.

Hier findest du die schönsten, originellsten Geschenke und Mitbringsel aus Teheran – eben moderne persische Design-Souvenirs. Stilvolle Handarbeiten von persischen Künstlern und Designern werden hier verkauft, z. B. Keramik, Glas, Schmuck, Textilien bis hin zu einzigartigen Skulpturen, Teppichen und Kleinmöbeln.

Tradition und Moderne treffen hier kunstvoll aufeinander, typisch für Teheran. Die einzige Schwierigkeit bei der wunderschönen Auswahl besteht darin, dich zu entscheiden. Statt einen Kühlschrankmagneten bring doch ein schönes Trinkgefäß aus Ton in Tierform mit.

Denn wir glauben, dass die Seele gesund bleibt, wenn man daraus trinkt. Ich bin im Kaufrausch und gehe mit zwei riesigen Tüten aus dem Laden raus.

Einen ganz edlen und gut sortierten Supermarkt gibt es im Untergeschoss. Der Palladium „Hypermarket“ führt die leckersten persischen und internationalen Waren. Ich liebe diesen Supermarkt, an Automaten kannst du aus verschiedenen Nüssen, ob Mandeln, Erd- oder Walnüssen, deine Nussbutter direkt selber zapfen. Es gibt eine tolle Abteilung mit persischen Damnooshs – das sind gesunde Kräutertees, die wir über alles lieben. Oder probiere dich durch die Feinkostabteilung, ich sag nur: ein Fest für die Sinne. Suche dir einige persische Köstlichkeiten, wie Kuku Sabzi, Mirza Ghasemi, Zereshk Polo ba Morgh oder Fesenjan zusammen und genieße sie in vollen Zügen.

PERSISCHE GASTFREUNDSCHAFT

Kulinarischer Tehran, Essen in Tehran, Persische Gastfreundschaft

Fotocredit: Susan

Natürlich möchte ich diese Reise nicht beenden, ohne dir einige unserer kulinarischen Highlights vorzustellen.

Wir lieben es zu essen und unsere Gastfreundschaft zeigt sich auch in der Küche. Du wirst dich wundern,wie oft du von Fremden zum Essen eingeladen wirst. Denn wir glauben

„Mehmoon Habib-e Khodast“ – Gäste sind Gottes Geliebte.

Es klingt vielleicht befremdlich, aber nimm ruhig die Einladung an und überzeuge dich persönlich von der Großherzigkeit meiner Landsleute. Du wirst reich beschenkt und mit einem Festmahl verwöhnt. So lernst du auch ganz nebenbei unsere persische Kultur näher kennen. Für gewöhnlich wird in Persien an einem Sofreh gespeist – ein Tischtuch, das auf dem Boden auf einem Perserteppich ausgelegt wird. Auch hier kannst du dich auf das Taarof Spiel einlassen, wenn dir z. B. der Gastgeber etwas anbietet, lehnst du es zunächst einmal ab.

Denn akzeptierst du zu früh, wirkst du als zu gierig. Also erst nach erneutem Angebot die Speisen annehmen. Hier gilt auch das richtige Maß zu treffen, nicht zu früh annehmen und nicht zu oft ablehnen, sonst bekommst du gar nichts ;-))).

Wenn du satt bist, solltest du etwas auf dem Teller übriglassen. Isst du hingegen deinen Teller leer, werden die Gastgeber dir erneut Essen auf den Teller schöpfen und du kannst nach Hause rollen. Zur Gastfreundschaft gehört dazu, dass immer eine große Obstschale gefüllt mit den Früchten der Saison auf dem Tisch steht und auch kleine Gurken dürfen in der Schale nicht fehlen.

Empfangen wirst du immer mit einer Tasse persischem Chai (Tee). Wundere dich nicht, wenn du nach einem köstlichen Mahl zum Tanzen aufgefordert wirst. Denn wir lieben es gemeinsam zu tanzen, zu lachen und Spaß zu haben.

KULINARISCHER TEHRAN

Kulinarischer Tehran, Essen in Tehran, Street-Food-Markt Tehran

Fotocredit: Susan

Eine gute Adresse, um die persische Kochkunst kennenzulernen, ist der Street Food Markt in der Si-e Tir Strasse, hier empfehle ich dir unbekannte Gerichte zu probieren, z. B. Ash – persische dicke Suppe. Auch Reis- und Fleischgerichte gibt es hier, z. B. Huhn mit Safran-Reis und Berberitzen.

Unbedingt solltest du auch ein Dizi Restaurant aufsuchen, ich empfehle das „Dizi Atish“. Ein tolles Restaurant im Norden der Stadt unweit vom Tajrish Bazar, meinem Lieblingsbazar. „Dizi“ ist ein Lammeintopf und wird in einem speziellen Tontopf zubereitet. Am Tisch werden die festen von den flüssigen Zutaten getrennt. Die Suppe isst man, indem man kleine Brotstücke abbricht und hineingibt. Die festen Bestandteile werden mit einem Stampfer gestampft und als Aufstrich auf eine Scheibe Brot mitfrischen Kräutern und Zwiebeln gegessen. Das musst du erlebt haben und es schmeckt nebenbei auch wirklich köstlich.

Auch rund um den Basar haben sich zahlreiche Imbisse und Straßenküchen niedergelassen, wo du typisch persische Gerichte zu günstigem Preis probieren kannst. Probier auch unbedingt unser Akbar Mashti Safraneis oder bei den Saftbars „Abmiveh Foroosh“ – Karottensaft mit einer Kugel Eis, Granatapfel- oder Melonensaft und unbedingt auch eine erfrischende Limonade.

Ich hoffe, du hast jetzt Lust bekommen, deinen Koffer zu packen und dich auf den Weg zu machen.

Falls das nicht möglich ist, habe ich zum Schluss noch ein paar Empfehlungen für dich, um dir Tehran nach Hause zu holen:

Buch: Nachts ist es leise in Tehran*(Affiliate Link)Kochbuch: Teheran*

Film: Taxi Tehran* HERZ <3 LICHT

Susan

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4 Kommentare

  1. Tina Schwarz

    Liebe Susan,
    Ich bin nun wirklich sowas angetan, so ein wundervoller Bericht, du hast mich nun sowas von neugierig gemacht, am liebsten würde ich mit dir gemeinsam Tehran entdecken wollen. Vielleicht bekommen wir das mal hin? Mit deinen Augen durch deine Stadt, dass stelle ich mir toll vor.
    Danke liebe Susan, für die wunderschöne virtuelle Reise .

    Danke Bettina für dieses schöne Thema.
    Tina

  2. Liebe Bettina,

    es ist mir eine Freude euch meine Heimatstadt und unsere Kultur zu zeigen.

    Herzliche Grüße

    Susan

  3. Liebe Bettina, liebe Susan,
    man spürt die tiefe Liebe und die Verbundenheit, die Susan mit ihrem Tehran verbindet. Das ist so ein toller und ausführlicher Bericht, ich gebe zu, ich wäre vorher nicht unbedingt auf die Idee gekommen, dass Tehran so ein tolles Reiseziel ist. Zumal ja auch etwas schulung von Nöten ist, bei diesen besonderen und besonders schönen Gepflogenheiten ;).

    Vielen Dank für deine Gastfreundschaft, liebe Susan, du bist wahrhaft eine Tehran-Botschafterin.

    Liebe Grüße
    Nicole

    • Liebe Nicole,

      vielen Dank für deine lieben Worte und ich freue mich sehr darüber. Meine Kindheit in Persien war unglaublich intensiv und hat sich mit ganz vielen positiven Gefühlen in meinem Gedächtnis verankert. So versuche ich tagtäglich ganz viel davon weiter zu geben.

      Herzliche Grüße

      Susan

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