Seelensachen Nr. 03 * Wie ich mir mein Leben erträume *

Mein Leben erträumen..oder warum ich jetzt immer noch nicht weiß, wie der Artikel heißen soll….

Hier grad so……gemütlich sitze ich hier, mein Müsli verspeisend, und überlege, was ich heute zu erzählen habe.

Die Seelensachen möchten mal wieder bedient werden. Nachdem ich letzte Woche meinen Blog sträflich vernachlässigen musste, damit das Leben 1.0 seine Bevorzugung bekommt, merke ich dennoch, dass mir etwas fehlt. Mein Leben ist dann nicht mehr ganz rund, ein kreativer Teil liegt brach: das macht sich bemerkbar.

Ich werde dezent unruhig und fange an, mich nicht mehr so ausgeglichen zu fühlen. Ideen fallen über mich her, ich habe aber keine Kraft und Zeit, sie zu fixieren. Fühle mich fast ein bisschen davon überfordert und das will ich auf Dauer ja auf keinen Fall mehr sein.

Klar, ich leiste meine Familienarbeit und die liebe ich auch sehr, aber ich bin eben so viel mehr als nur Mama und deshalb bin ich um so dankbarer darüber, dass ich das endlich wieder merke und deshalb auch immer mehr mein neues Leben zusammenpuzzle, es mir neu erfinde und neu gestalte.

Vieles ist zur Zeit noch in der Ferne, quasi im Traumland. Unerreichbar! Warum eigentlich? Unrealistisch!! Hä??? Echt ein bisschen spinnert! Ach, deshalb fühle ich mich dann wohl so wohl  ;-)))).

„Wir sind hier nicht bei WÜNSCH DIR WAS, sondern bei SO ISSES!!!!!“    (Verfasser unbekannt)

…kommt dann aus einer Ecke.

Öhm, wer sagt denn so was? Das LEBEN, die ANDEREN oder dein INNERER KRITIKER? Wer nimmt sich denn so was heraus? Sich etwas zu wünschen und in einem Traumland zu leben. Wie naiv kann man denn nur sein? A la Pippi Langstrumpf durchs Leben zu ziehen und sich die Welt so zurecht zu zaubern, wie man sie möchte? Geht das denn überhaupt?

Bis vor zwei Jahren hätte ich das vehement verneint. Ich, das Monkinchen, das immer alles geregelt und im Trockenen haben will, das alle Eventualitäten durchplant und kalkuliert.

Das immer vom Schlimmsten ausgeht und davon, dass das eh nicht funktionieren kann. Das so im Turbopowergang durchs Leben gewirbelt ist und zwar gemerkt hat, dass da etwas so überhaupt nicht in Ordnung ist, welches das aber einfach ignoriert hat.

Das junge Mädchen, das lieber einen soliden Job gelernt hat, weil „das ja sicherer ist“ und deshalb ihre Kreativität immer ganz hinten angestellt hat. So weit hinten, dass sie regelrecht begraben wurde.

Funktionieren war hier die Devise. Leistung, um gesehen zu werden. Sich selbst verleugnen, beständig übernehmen und nicht zur Ruhe kommen lassen.

Weiter, weiter, nur nicht ausruhen. Gut, irgendwann hat das Ausruhen auch nicht mehr geklappt. Denn wer so mit seinem Energiehaushalt umgeht und diesen ständig ins Negative driften lässt, braucht sich nicht zu wundern, wenn dann irgendwann das „SO ISSES“ präsentiert wird. Das musste allerdings wohl bei mir so sein, denn sonst wäre ich wahrscheinlich nie aufgewacht.

Ein langer Weg liegt hinter mir. Eine intensive Zeit, in der ich mich erst komplett verloren und mir die Berechtigung zur Existenz eigentlich schon entzogen hatte.

Das Gold in der Krankheit finden

In dieser schweren Zeit habe ich aber auch angefangen, mich zu finden. In meinen dunkelsten Tagen wurde mir Hilfe geschickt und ich habe Menschen kennengelernt und getroffen, die mich so genommen haben, wie ich war.

Experten, die erkannt haben, dass ich Hilfe brauche, andere Betroffene, von denen ich mich endlich verstanden gefühlt habe und endlich auch einen Raum, in dem ich mich wieder aufrappeln konnte und mich endlich selbst gefunden habe, immer mehr und mehr.

In der ich gelernt habe, warum ich so bin, wie ich bin und vor allem, dass ich überhaupt sein darf. Dass ich nicht geboren wurde, um etwas zu leisten, sondern um zu lieben und zu sein, nicht mehr und nicht weniger und auch, dass ich träumen darf, von einem Leben, das genau auf mich zugeschnitten ist. Ein Leben, das passt wie ein maßangefertigtes Kleidungsstück.

Endlich weiß ich, was ich brauche, damit ich den Alltag meistern und vor allem feiern kann. Wie ich mit meiner Krankheit leben kann und vor allem, was dazu nötig ist, damit ich stabil bleibe und nicht mehr so tief abstürzen muss.

Beruflich neu erfinden

Dazu gehört so einiges. Vor allem, dass ich mich beruflich auch neu erfinden werde. Wie und was, das steht in den Sternen und schon bin ich beim Träumen und Ideen sammeln.

Beim Ausprobieren und Fantasieren. Beim Sprudeln und Inspirieren lassen. Endlich traue ich mich zu fotografieren, zu schreiben und das mit anderen zu teilen. Ich brauche diese Kreativität, um zu existieren. Ich möchte kochen, backen und mit Papier arbeiten. Erst dann fühle ich mich bei mir und dann kann ich auch den anderen Herausforderungen entgegentreten.

Ich weiß jetzt auch, dass ich eigentlich ganz oft entgegen meiner Bedürfnisse gelebt habe. Ich kann gut allein sein und brauche das auch, um mich konzentrieren zu können. Ich liebe die Menschen, bin jedoch oft davon überfordert und genieße es hier, wenn ich Einfluss darauf habe, wie viel Kontakt ich aushalten kann, ohne irgendjemand vor den Kopf zu stoßen. Früher musste ich stundenlang telefonieren und mich mit anderen direkt und ständig auseinandersetzen. Dies wird mir vorerst in dieser Form nicht mehr möglich sein.

Deshalb liebe ich die neuen Chancen, die mir auch technisch eröffnet werden, so sehr. Durch Instagram habe ich den ersten Schritt gewagt. Das habe ich begonnen, nachdem ich durch Zufall entdeckt habe, welche schönen Fotos mein, mir geschenktes, IPhone macht.

Außerdem hatte ich die Idee, meine aufkeimende Kreativität irgendwo zu sammeln. Das war der Start. Bald habe ich entdeckt, dass es auch eine Möglichkeit ist, meine Glücksmomente zu sammeln und mir so für schlechte Tage (von denen es zu diesem Zeitpunkt, echt noch recht viele gab) einen Ort zu schaffen, der für mich „greifbar“ war, um mir selbst vor Augen zu führen, dass selbst in dieser schwierigen Zeit das Schöne nicht weg war.

Plötzlich habe ich so viele andere kreative Kanäle entdeckt, dass ich manchmal gar nicht wusste, mit was ich mich zuerst beschäftigen wollte. Ich hatte Kontakt zur Außenwelt, aber in einer mir sehr angenehmen Weise, still und nicht fordernd, von mir persönlich dosierbar, denn so ein Handy kann man ausschalten. Nichts geht verloren und ich selbst kann bestimmen, wann ich bereit bin, mich dem zu stellen.

Das funktioniert im Familienalltag so nie, nie, niemals, also wirklich nicht, leider nie. Ich kann noch so sehr darum bitten und betteln, wenn das Kind krank ist, ist es krank. Wenn die Elternabende alle auf den gleichen Tag gelegt werden, auch und wenn die Pubertinchen Handykrisen haben und dir deshalb den letzten Reis im Haus konfiszieren (glaubst du nicht ;-), lies hier), dann musst du entweder handyverseuchten Reis essen oder den Essensplan modifizieren.

Das alles kann ich auch gut meistern und dennoch brauche ich deshalb um so mehr einen selbstbestimmten Bereich, der nach meinem Gusto funktioniert und da habe ich große Pläne: das wird nämlich mein Beruf. Genau der, der so in seiner Form noch gar nicht existiert und deshalb neu erfunden werden kann.

Next Step: Beruf erfinden ;-)))

Das ist mein nächstes Projekt und da halte ich es so wie inzwischen in fast allen meinen Lebensbereichen. Ich gehe davon aus, dass mir genau das Richtige serviert wird. Eben wie bei „WÜNSCH DIR WAS“. Ich darf einfach so weitermachen wie bisher und genau für mich passend, im richtigen Moment wird es mich finden. Bis dahin werde ich weiter planen, träumen und ausprobieren, mich weiterbilden und beraten lassen.

Ich werde mit offenen Augen durch die Welt gehen und sehen, was meinen Weg kreuzt. Ich werde mir die Zeit geben, die ich brauche, und mich immer mehr dem annähern, wohin ich möchte und was für mein Belastungslevel das Richtige ist.

Klingt fantastisch und ist auch so. Es fühlt sich so befreiend und gut an. Es ist spannend und nichts ist gewiss, es wird Umwege geben, Sackgassen sind auch im Rahmen des Vorstellbaren, Zeiten des Stillstandes und des Wachstums, genau so viel wie für mich zu bewältigen ist. Beständigkeit sicherlich nicht. Das ist, glaube ich, auch noch nie gewährleistet gewesen:

„Nichts ist so beständig wie der Wandel“  (Heraklit von Ephesus (etwa 540 – 480 v. Chr.),

Wie dieses Zitat treffend beweist. Alles ist möglich und wie, wird sich zeigen. Ich orientiere mich an Menschen, die genau SO ihr Leben leben, die dieses absolute Vertrauen haben, dass sich alles zum Guten wenden wird. Mir gelingt das immer öfter und Perfektion strebe ich sowieso nicht an, denn ich habe für mich die goldene Mitte gewählt.

Mich dem zu stellen, was das Schicksal so für mich bereit hält und mich auch nicht mehr von Rückschlägen niederdrücken zu lassen. Sondern dann in mich zu gehen, um zu gucken, was ich brauche, damit ich schlussendlich diese schwierige Situation ÜBERleben/DRÜBERleben kann. Schön, wenn ihr davon etwas für euch mitnehmen könnt. Wenn nicht, dann nicht. Dann vielleicht beim nächsten Mal.

Ich freue mich auf meine Reise, lege ab und an auch mein Monkinchentum schon mal ab (äh, also m a n c h m a l)  und nehme euch gerne mit. Ich lade euch ein, auch bei euch zu gucken und zu forschen.

Was bewegt dich, was brauchst du, damit du dich bei dir fühlst? Was ist hilfreich, was störend oder was überfordert dich?

Lerne dich kennen, fange an zu träumen und du wirst sehen, was alles passieren kann. Wenn es dir schlecht geht und du keine Kraft hast, mache dich bemerkbar und suche dir Hilfe. Es ist ein Prozess und der darf seine Zeit dauern.

Ich habe dafür sogar einen Beweis: Als es mir ganz schlecht ging, sollte ich mal eine Collage aus Zeitschriften erstellen, mit Bildern, die mich ansprechen, die etwas in mir berühren. Diese Collage existiert noch und nach ungefähr 2 Jahren ist wirklich alles darauf Realität geworden! Das hätte ich zu dem damaligen Zeitpunkt niemals für möglich gehalten.

Die größte Hürde ist jetzt eigentlich, wie ich diesen Artikel nennen werde………….mal gucken, was dann am Ende dort steht.

In diesem Sinne, habt einen abwechslungsreichen Tag.

Alltagsfeierliche Grüße

Bettina

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4 Kommentare

  1. Ich finde deine Texte so schön. Sie drücken all das aus wozu mir im Moment oft die Worte fehlen. Und helfen mir meinen Weg zu finden, auch wenn es im Moment noch schwer ist. Es zeigt mir aber das auch wieder bessere Zeiten kommen.
    Liebe Grüße
    Desiree

    • Alltagsfeierin

      Liebe Desiree,

      ich schicke dir eine dicke Umarmung und JA es kommen wieder bessere Zeiten und auch die jetzigen haben ihre Berechtigung, das merkt man aber erst irgendwann rückblickend.

      Liebe Grüße

      Bettina

    • Alltagsfeierin

      Hallo Isabella,

      lieben Dank, es freut mich sehr so ein tolles Feedback zu bekommen. Einen schönen Abend wünsche ich dir.

      Liebe Grüße

      Bettina

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