Es ist noch gar nicht Freitag und trotzdem treibt mich oben genannte Frage um.

Es ist sogar ein ganzer Fragenkatalog: Wie definierst du den Wert deiner geleisteten Arbeit und kannst du dich auch easy peasy dafür “verkaufen” oder hast du das Gefühl,  dich dafür noch rechtfertigen zu müssen?

Wie kam es dazu, dass mich diese Frage so aufwühlt?

Das hat mit meiner Selbständigkeit zu tun und ist deshalb ein großes Thema, denn hier ist das immerzu und ständig an der Reihe.

Ich blogge, fotografiere (auch gegen Auftrag) und gehe Kooperationen mit Unternehmen ein, d. h. ich schreibe über Produkte, Reisen oder Erlebnisse, gestalte dafür passende Fotos und sorge dafür, dass meine Artikel auch gelesen werden. Klinkt ziemlich easy peasy und so soll es auch bei dir als Leser ankommen: unterhaltend, authentisch und mit Mehrwehrt für dich.

Das ist es aber nicht immer, denn was es eben auch ist: Arbeit. Gerade wenn das gewählte Niveau ein hohes ist, dann ist das, was von dir in Minuten konsumiert wird, ein Aufwand von mehreren Stunden.

Was steckt hinter einem Posting oder gerade hinter so einem Blogartikel?

Schriftverkehr mit dem Auftraggeber, Angebotserstellung und Verhandlungen;

Konzeptplanung mit der Überlegung, wie die Fotos dazu  aussehen sollen, oft eine Rezeptentwicklung oder das Ausdenken eines DIYs;

Einkaufen der benötigten Dinge, das Testen des Produktes, Probieren und ggf. Kochen;

Fotoshooting, Bildbearbeitung und das Schreiben des Blogposts;

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Für Pinterest werden noch ansprechende Layouts kreiert.

Einstellen des Artikels in WordPress, SEO-Optimierung und Co., Planung des Veröffentlichungsdatums und meist ein Abnicken seitens des Auftraggebers.

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Nach Veröffentlichung das Promoten des Artikels, denn er soll ja auch gelesen werden. Kommentare beantworten, Pinterest, Instagram, Facebook & Co., Rechnungsstellung, ggf. das Nachhaken, wo das Geld bleibt und sonstige Buchhaltungsarbeiten. Bewertet werde ich zusätzlich auch noch durch Statistiken, Seitenaufrufe und Followerzahlen auf den Social Media Kanälen.

Pflegen des Blogs, technische Wartung, Layout unter Beachtung neuer Auflagen und Gesetze uvm.

Bei einem reinen Instagram-Post ist das natürlich nicht ganz so aufwändig. Das kann aber auch locker mal zwei Stunden dauern, besonders,  wenn es eben entsprechend präsentiert werden darf.

Hast du das so eingeschätzt?

Ganz schön viel Aufwand und genau den gleichen Aufwand habe ich als Grundlage, wenn ich “nur so” blogge, denn ich möchte eine gute Mischung für dich als Leser bieten und nicht nur bezahlten Content posten.

Das alles funktioniert nur, wenn ich das aus vollstem Herzen lebe und ich einfach durch und durch liebe, was ich tue. So bin ich ja überhaupt erst bei diesem Job gelandet ;-)))))) und ich zelebriere ihn tagtäglich.

Was mich allerdings tierisch nervt und mich auch mehr und mehr auf die Palme bringt, sind oft die Anfragen oder Angebote von Firmen, die da so per DN oder in meinem Posteingang landen. Eine habe ich hier mal für dich:

“Hallo du Liebe, wir folgen dir schon seit längerem und da du auch aus dem schönen Franken kommst, wollte ich fragen, ob du Lust auf eine Kooperation hast, was bedeutet eine Kooperation? Du wirst mit xxx ausgestattet und kreierst dafür gelegentlich Rezepte. Die Rezepte + Fotos reposten wir, markieren dich und veröffentlichen sie noch auf unserer Homepage.”

……freundlich formuliert und dennoch eigentlich ohne Worte, aber doch bei vielen Firmen (oft schreiben sie noch Start-up dazu ;-))))), was dann heißt: kein Budget ) so selbstverständlich.

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Was soll das?

In so einem Moment fehlen mir dann erst mal die Worte und dann kommt eine riesengroße Wut in mir auf: diese Person, die nicht mal ihren Namen nennt und sicherlich nicht davon lebt, dass sie in Naturalien bezahlt wird, möchte von mir hochwertigen Content für ihre Social Media Kanäle. Des Weiteren für ihren eigenen Blog zusätzlich entwickelte Rezepte und die Bildrechte bzw. die Nutzung meiner Fotos. “Bezahlt” wird dafür dafür mit Re-Posten und eben Lebensmitteln oder anderen Produkten

„Ehm  – geht’s noch?”, möchte ich dann laut herausschreien, beruhige mich dann aber wieder und antworte höflich, dass gute Arbeit ihren Wert hat und ich von Luft und Liebe eben nicht meine la Familia ernähren kann. Ganz selten kommt dann doch noch die Nachfrage nach meinen Konditionen, was ich bei o. g. Anfrage jedoch dezent bezweifele……….

Da machen sie sich dann lieber auf die Suche nach dem nächsten Deppen, der sich noch darüber freut, dass er kostenlos für sie arbeitet und die erhalten Naturalien noch versteuern darf……….

Sorry, not sorry, das musste mal raus und zeigt dir unter Umständen auch als reiner Leser mal, mit was wir uns da so rumärgern dürfen.

Die letzte Zeit haben sich genau solche Anfragen bei mir gehäuft und wahrscheinlich musste das auch mal sein, damit ich mir endlich mal konkret über meinen persönlichen Preis nochmal Gedanken mache.

Wie findest du deinen eigenen Wert?

Gerade in diesem Business ist es sehr schwierig: die Firmen fordern Verschwiegenheit (oft auch vertraglich fixiert) und es gibt einfach noch keine Richtwerte für diese Branche. Ein Austausch ist also recht schwierig.

Also geht es hier bei mir ganz viel nach Bauchgefühl (ob das so hilfreich in finanziellen Dingen ist?) und nur mit einer Bewertung der aufgewendeten Zeit, unter Berücksichtigung meiner Seitenaufruf- und Followerzahlen. Da sind die Vorstellungen der Firmen dann aber oft einfach viel zu hoch. Auch hier ist noch ganz viel Lernbedarf.

Denn ein fixer Grundbetrag ist einfach nötig, damit 8 oder mehr Stunden Arbeit für einen einzigen Artikel auch gerechtfertigt sind. Das ist dann auch unabhängig davon, ob ich nun 5.000, 50.000 oder 500.000 Seitenaufrufe im Monat habe.

Aber auch schon richtig erfolgreiche Blogger haben hier oft mit Schwierigkeiten zu kämpfen, denn eine hohe Anzahl an Seitenaufrufen darf auf jeden Fall gut und zusätzlich vergütet werden, auch das titulieren dann Firmen gerne mal als “unverschämt”……..

Nachfolgend jetzt mal ein paar Fragen an mich selbst um den Wert meiner geleisteten Arbeit zu definieren:

Wie viele Stunden Arbeit umfasst das Projekt?

Welche zusätzlichen Kosten entstehen?

Welcher Preis fühlt sich für mich richtig an?

Was muss ich mindestens verdienen, damit ich den Job zur vollsten Zufriedenheit (für beide Seiten ;-))))) erledigen kann?

Was ist meine persönliche Schmerzgrenze, wenn es zu Nachverhandlungen kommt bzw. lasse ich mich auf so etwas überhaupt ein?

Was brauche ich (längerfristig gesehen),  um diesen Job weiterhin mit Herzblut ausführen zu können?

Gibt es (Herzens-)Projekte, die ich komplett kostenlos übernehmen würde (pro bono heißt das z. B. bei Anwälten, glaube ich ;-))))) ?)

Wo kann ich recherchieren und mit wem kann ich mich zur Preisfindung austauschen?

Was auch noch ein riesengroßer Punkt ist: ich bin nicht angestellt, d. h. der angesetzte Preis muss entsprechend hoch ausfallen, da ich alles selbst davon finanzieren muss.

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Fazit:

Okay, weißt du was, es hat gut getan, mir das mal von der Seele zu schreiben. Denn dadurch ordne ich das Durcheinander in meinem Kopf und schaffe Platz für neue kreative Ansätze.

Ich werde mir noch bewusster, dass ich gute und hochwertige Arbeit leiste, die auch angemessen wertgeschätzt werden  darf und muss, damit ich dieses Niveau auch halten kann.

Besonders bei uns Bloggern lässt sich das Berufliche und Private gar nicht mehr so richtig trennen. Das ist es auch, was mir sehr entgegenkommt. Ich mag es so zu arbeiten, meine Freiräume so zu legen wie ich sie brauche. Auch brauche ich keinen Nine-to-Five-Job und muss nicht klar einen Feierabend definieren.

Ich glaube, dass du das als mein Leser auch merkst und danke dir, denn auch du bist ein wichtiger Bestandteil davon, dass ich mein Leben so gestalten kann.

Auch traue ich dir außerdem zu, dass du genau merkst, ob etwas nur “des Geldes wegen” in die Kamera gehalten wird oder ob da Emotionen übertragen werden.

Es ist ein Job, aber vor allem ist es mein Leben, das ich mit dir tagtäglich teile, mit all seinen Facetten.

Durch dein Lesen, deine Kommentare, das Pinnen auf deinen Pinterest-Boards und Herzen oder den Kauf über meinen Amazon-Link unterstützt du mich indirekt und trägst ein Puzzleteil dazu bei.

Auch deine Akzeptanz, dass da eben ab und an mal “Werbung ” steht (gut zur Zeit eher, auf Grund der aktuellen  und noch unklaren Rechtssprechung eher öfters…….) und du das aber als das erkennst als das, was es ist: eine Kooperation und nicht nur eindimensionales Werben für ein beliebiges Produkt. Also eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, mit persönlichen Erfahrungswerten, Geschichten und Gedanken eines realen Menschen.

Ich persönlich bevorzuge das inzwischen vor Werbeblöcken im Fernsehen oder Print-Anzeigen, die wirklich und ganz platt Werbung oder eine Anzeige sind.

Die Zukunft

Genauso glaube ich fest daran: alles wird hier seinen Weg gehen und das auch noch viel mehr Firmen über kurz oder lang begreifen werden, dass gute Arbeit angemessen vergütet wird. Denn bei all den schwarzen Schafen gibt es auch schon viele, mit denen ich wunderbar und auf Augenhöhe zusammengearbeitet habe und werde.

Du weißt, dass ich gerne alles in Balance habe und ich glaube,  es gelingt mir immer besser, deshalb schreibe ich auch gerne mal etwas über das, was so hinter den Kulissen stattfindet. Jeder Job hat auch Bereiche, die man nicht so prickelnd empfindet und darum ging es heute halt auch mal.

Schreib mir auch gerne deine Meinung  und auch (vielleicht bist du ja auch eine Bloggerkollegin), wie du das mit der Preisfindung so umsetzt.

Ich danke dir dafür, dass du dir die Zeit zum Lesen genommen hast und wünsche dir einen schönen Tag.

Alltagsfeierliche Grüße

Bettina

Bezahlung, Fotografie, verkauf dich nicht unter Wert

4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Elisabeth Bodensteiner
23. August 2018 19:40

Ich schaetze deinen Blog wirklich sehr, freue mich auf Rezepte und deine Seelensachen. Alles ist mit viel Herz gemacht, merkt man.

Antworten

    Hallo Elisabeth,
    vielen lieben Dank für dein Feedback. Hab einen chilligen Abend.
    Donnerstagsfeierliche Grüße

    Bettina

    Antworten

Liebe Bettina,
vielen Dank für diesen augen-öffnenden-Beitrag. Ich bin in der Tat eine “Bloggerkollegin”, habe das Kooperationsproblem jedoch nicht, da ich es von vornherein (für mich) ausgeschlossen habe. Wobei ich gelegentlich trotzdem Anfragen bekomme, die ich dann ablehne. Auf meinem Blog möchte ich wirklich nur die Dinge teilen (und ggf. bewerben), die ich erlebt habe oder ähnliches.
Den Zeitaufwand bei Blogbeiträgen verstehe ich und kann es sehr gut nachvollziehen. Seit Wochen will ich meinen Portugal-Urlaub verbloggen und tue es doch nicht. Wahrscheinlich lege ich mir selbst die Messlatte zu hoch, dass die Beiträge toll werden müssen … und je länger ich warte, desto schwieriger wird es irgendwie (ich habe immer noch kein einziges Wort geschrieben). Kann aber auch an dieser unklaren Rechtssprechung liegen, dass man nicht wirklich weiß, wann man etwas kennzeichen muss oder nicht …
Danke jedenfalls auch für deinen Fragenkatalog zu “was ist meine Arbeit wert”. Ich lebe ja nun nicht vom Bloggen und bin ganz normale Arbeitnehmerin in einem 8-to-18-Job, aber auch da passt die Fragestellung “Kennst du den Wert deiner Arbeit?”, die man öfters mal hinterfragen sollte. Ich weiß, dass ich tolle bis sehr gute Arbeit leiste (ohne Rückmeldungen von Kollegen, die kommt eher von den Bürgern), dennoch denke ich sehr oft, dass es nicht genug ist. Warum? Weil ich sehr viel von mir selbst fordere und das immer noch nicht wirklich ablegen kann/konnte.
Ich wünsche dir einen wunderschönen Start ins Wochenende und DANKE für diesen Beitrag!!!
Liebe Grüße aus Oberfranken, Karina

Antworten

    Hallo Karina,

    vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Gerade bei Reise-Berichten wird oft die Zeit unterschätzt. Ich finde das sind fast auch die aufwändigsten Blogartikel. Ich mache das dann meistens so, dass ich mich an meinen Fotos “entlang” schreibe und mir vorstelle, dass ich jemandem eben von der Reise erzähle. Klar kann man seine Artikel immer noch besser machen, aber da zählt bei mir eben #druckraus und das klappt inzwischen schon ganz gut.

    Zur Kennzeichnung hatte ich auch schon einen Artikel geschrieben (https://diealltagsfeierin.de/werbung-welcometoabsurdistan/) und so handhabe ich das jetzt auch, wenn ich verlinke (auch unbezahlt) dann schreibe ich einfach Werbung / Verlinkung zu Orten etc. dazu. Ich gehe da jetzt einfach auf Nr. Sicher und wenn irgendwann mal Klarheit geschaffen wurde, kann man es ja auch wieder ändern.

    Gerade wenn du auch noch einen Vollzeitjob wuppst, dann kann das Bloggen von umfangreichen Artikeln wirklich sehr schwierig werden.

    Ich finde auch das die Fragen, sich auf viele Bereiche übertragen lassen und wünsche dir viel Spaß beim Festsetzen deines persönlichen Wertes. Unbezahlbar ;-)))), davon würde ich erst mal ausgehen.

    Ich wünsche dir ebenfalls ein schönes Wochenende.

    Lass es dir gut gehen.

    Liebe Grüße

    Bettina

    Antworten

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