Mittwoch, vier Uhr, also quasi mitten in der Nacht und eigentlich noch fast zwei Stunden, in denen ich mich im Traumland aufhalten könnte. Ja, könnte, na wer hat den Konjunktiv entdeckt?

Kann ich nämlich gar nicht, denn ich wälze mich hin und her und meinen Gedanken fahren Achterbahn mit mir. Sie möchten Probleme wälzen, Worst- Case – Szenarien kreieren und Lösungen finden. SOFORT ! JETZT ! AUF DER STELLE!

Gerade habe ich dann einfach aufgegeben. Ich lasse den Herrschaften ihren Willen und bin aufgestanden. Da ich aber doch noch so ein bisschen Einfluss nehmen kann, nutze ich die Gunst der frühen Stunde und lasse diese Gedanken auf das Papier fließen. Ich gebe ihnen ihren Raum, denn so sind sie erst mal raus aus dem Kopf und lassen mich vielleicht doch mal zur Ruhe kommen, bevor ich dann wirklich in den Tag starten darf.

SEELENSACHEN NR. 11 *EINZELSTÜCK*

Welche Gedanken mich da so unverschämt quälen? Wie soll es mit mir beruflich weitergehen? Das ist die Frage, die sich immer wieder in den Vordergrund drängt.

Ein Beratungstermin steht dafür heute an, aber Abwarten, lieber Kopf, das war noch nie deine Stärke und auch der innere Kritiker und Herr Antreiber nutzen diese Schwäche aus und bringen sich gleich mal in Position.

Sie bombardieren mich mit Selbstzweifeln, Vorwürfen und versuchen mich kleinzukriegen. Ihre Taktik: sie streuen Unsicherheit und haben da auch einen ausgeklügelten Plan: sie fangen an mich zu vergleichen.

„Hi, hi, hi, ja klar auf dich haben sie gerade noch gewartet, meinst du nicht der Markt ist schon dezent übersättigt mit den ganzen Bloggern, Textern und Möchtegernfotografen?” – „Geh wieder dahin zurück, wo du hergekommen bist!” –  So oder so ähnlich belästigen sie mich.

SEELENSACHEN NR. 11 *EINZELSTÜCK*

Merkst du, was sie versuchen? Sie fangen an mich zu pauschalisieren, mich so herabzusetzen und auf eine beliebige Stelle, eher im hinteren, unteren Drittel zu platzieren. Platzieren ist noch nett ausgedrückt. Fixieren, fest tackern, das sind so Synonyme, die mir da passend erscheinen.

Denn das ist VIEL zu einfach und das Wichtigste vergessen sie bei all ihrem Eifer: ICH BIN ICH und mich gibt es ein einziges Mal: meine Geschichte, meine Voraussetzungen, meine Belastbarkeit, meine fachlichen und emotionalen Kompetenzen, meine Talente, all das gibt es nur in einer EINZIGEN Version.

Krass, oder?

Einzelstück, einmalig, wie fantastisch klingt das denn und vor allem wie großartig ist das?

Mona Lisa ist ein Einzelstück und obwohl dieses “Bildchen” gar nicht so viel hermacht, wenn man es mal  live gesehen hat, hat es einen immensen Wert: UNBEZAHLBAR!!!!

Ergo, genau das sind wir: nur einmal da und unser Wert ist genau der gleiche: nicht mit Geld aufrechenbar. Wunderbar, oder?

SEELENSACHEN NR. 11 *EINZELSTÜCK*

Ja und was machst du, wenn du in Besitz eines solch kostbaren Gutes bist?  Richtig, du achtest gut auf selbiges, hegst und pflegst es und sorgst dafür, dass es unbeschadet bleibt.

Bei vielen Dingen, die frau so besitzt (die gar keine Einzelstücke sind!), da klappt das, bei mir selbst bin ich da schludrig.

So sieht es aus und was würdest du mir jetzt raten?

Das selbe wahrscheinlich, was ich DIR in dieser Situation auch sagen würde:

Tu das, was du am besten kannst: sei du selbst: BEYOUTIFUL. Lass die anderen, die anderen sein und bleibe schön bei dir.

Sei die beste Ausgabe von dir selbst. Du bist absolut richtig und das ist genau SO passend, eben besonders dann, wenn du es als unperfekt wahrnimmst. Sei dein größter Fan und weil du so großartig bist, trage es mit Verantwortung und nutze es weise.

Probiere dich aus, du bist so besonders, dass du in keine Form gepresst werden kannst. Passt nämlich keine, nicht eine einzige!

Lass dich nicht verunsichern von all den Einflüssen, Fotos, Artikeln und den ganzen Social Media Kanälen. Wenn du beim Ansehen und Lesen der selbigen, ein schlechtes Gefühl bekommst, du Minderwertigkeit spürst, das Gefühl entwickelst, nie gut genug zu sein, dich klein, unbedeutend und/oder hässlich fühlst,  dann nimm erst mal Abstand.

SEELENSACHEN NR. 11 *EINZELSTÜCK*

Nimm einen tiefen Atemzug und überlege, was du besonders gut kannst, auf was du stolz bist, welche Tätigkeiten dir leichtfallen und feiere das. Konzentriere dich nur auf die, für dich, positiven Bereiche und NICHT auf all das, was dir so schwerfällt und dir damit das Leben schwer macht.

 Das ist ab heute nicht mehr existent.

Dir fällt nichts ein? Dann frage einen Herzmenschen aus deinem Leben und glaube ihm einfach. STOPP!! Dein „Ja aber!!!”, lass gleich mal stecken ;-))))). Schreib es auf oder lass es dir gleich schriftlich geben, lese es dir jeden Tag durch und…….glaube es einfach. Das bekommst du nicht hin? Dann tu so als ob. Tu so, als ob du es schon verinnerlicht hättest.

„Ich finde genau die richtige Berufung für mich.”, das ist z. B. meine Affirmation, auch an Tagen, an denen ich zweifle.

Denn Zweifel haben die Gewohnheit sich festzusetzten und dann sind sie hartnäckig und möchten ihre Position ungern verlieren.

Klingt das jetzt alles für dich zu unrealistisch? Na und?! Was kann denn passieren? Gar nichts Schlimmes, sondern, wer weiß, was dieser erste, dir positiv zugewandte Gedanke so andere Kollegen seiner Sorte nach sich zieht. Ein schöner Nebeneffekt: höchstwahrscheinlich fühlt sich Herr Zweifel dann gemoppt und selber unverstanden und sucht sich ein neues Betätigungsfeld. Lass ihn ziehen und winke ihm fröhlich hinterher.

Ich vergleiche das auch gerne mit einem Samenkorn, das braucht ein bisschen, bevor es zu keimen anfängt. Es braucht erst mal eine, ihm zusprechende, Basis. Die passende Erde, Licht, nicht zu viel und nicht zu wenig Wasser. Das steht an erster Stelle und wenn diese Fakten geschaffen sind, dann kann es anfangen zu wachsen. Langsam, in seinem Tempo.

Das braucht schon Geduld und nachgucken, ob es schon tiefe Wurzeln geschlagen hat, indem man es mal rauszieht oder ausgräbt, ist auch nicht zu empfehlen.

Glaub an dich, du Beste deiner Selbst, ich tue es schon und hoffe, dass ich dir mit diesem Text ein bisschen unter die Arme greifen konnte.

SEELENSACHEN NR. 11 *EINZELSTÜCK*

Ja und nicht nur dir, denn auch ich habe jetzt das Gefühl, den Herren wieder die Stirn bieten zu können und deshalb verstummen sie und lassen mich auch schlafen……Beruhigt und wieder in meiner einzigartigen Mitte, mit Zuversicht, dass ich meinen höchst persönlichen Weg gehen werde.

Gute Nacht, ehm oder guten Morgen……und eine zauberhafte, restliche, beYOUtifule Woche für dich.

Alltagsfeierliche Grüße

Bettina

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Meine Liebe,
ich sitze mal wieder mit Tränen in den Augen vor “dir” und fühle mich verstanden! Ich danke dir für diesen Text, so ehrlich, so offen!
Fühl dich lieb gedrückt!
LG Yasemin
ysmnkdrr von Insta 😉

Antworten
    Alltagsfeierin
    12. Mai 2017 11:59

    Hallo Yasemin,

    danke schön du rührst mich sehr. Umärmelung du wunderbare Frau!

    Liebe Grüße

    Bettina

    Antworten

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