Neustart in Schweden – Sibille – von der Bank ins Nomadenleben

Sibille Stiftlotse erzählt von ihrer Auswanderung nach Schweden und wie sie sich ihr weiteres Leben vorstellt

Bevor ich mit meiner Geschichte zum Thema Neustart in Schweden starte, möchte ich mich bei Bettina bedanken. Danke für die Einladung, einen Gastbeitrag für Deinen Blog diealltagsfeierin.de zu schreiben.

Sibille Stiftlotse erzählt von ihrer Auswanderung nach Schweden und wie sie sich ihr weiteres Leben vorstellt

Fotocredit: Sibille

Mein Name ist Sibille und ich bin 51 Jahre alt. Seit Januar lebe ich mit meinem Herzmann und unseren 2 Hunden, einem Englisch Setter und einer Cockerhündin in Südschweden in der Region Skåne. Wir wohnen in einem dieser typischen rot-weißen Holzhäuser. Bis Ende 2020 lebten wir in Hannover und hatten beide eine Festanstellung. Beruflich habe ich gerne und immer auch sehr viel gearbeitet.

Mich begleiten sozusagen 31 Jahre Bankerfahrung. Nein, nie nie mit Kunden, dafür in Bereichen, die wie Eulen von oben auf das Geschehen schauen. Neben Projektarbeiten habe ich Kolleg:innen für IT Systeme geschult, SAP Systeme fachlich auf die gesetzlichen und auch auf prozessbezogenen Anforderungen angepasst, und habe mein Hobby, das Sketchnoten/Visualisieren, in meinen Berufsalltag integriert.

Zeiten ändern sich und bei meinem Arbeitgeber steht bis 2023 ein großer personeller Abbau bevor. Obwohl ich Prozessveränderung sehr mag, diese wollte ich nicht begleiten. So einigten mein Arbeitgeber und ich uns und Ende 2020 war mein Bankleben zu Ende. Mein Herzmensch beendete parallel seine Arbeit bei einem Autozulieferer und unser Umzug und der Wohnungsverkauf konnten in die Umsetzung gehen.

Neustart

Nystart in Schweden, was soviel heißt wie Neustart in Schweden ist aus meiner Sicht eine gelungene Mischung aus Mut, Zuversicht, Wollen und Loslegen. Fangen wir mit dem Loslegen an.

2017 haben wir sehr spontan ein typisches rot-weißes Schwedenhäuschen, ein Småhus, gekauft. 50qm Glück mit großem Garten in einer Waldsiedlung. Wir sahen es und es war so, als hätte es genau auf uns gewartet.

Sibille Stiftlotse erzählt von ihrer Auswanderung nach Schweden und wie sie sich ihr weiteres Leben vorstellt

Fotocredit: Sibille

Wollen

2018 haben wir mit 2 Sprachurlauben (Level A1 und A2) auf der Sonneninsel Öland gestartet. Wer immer schon eine gute Sprachtrainerin gesucht hat, hier ist sie: Felicitas Nowack „Nordic Languages“. Werbung aus Überzeugung!

Wir sind dann auf digitales Lernen /Zoom umgestiegen und hatten wöchentlich Sprachunterricht. Im Dezember 2020 schlossen wir mit dem Level B2 ab.

Zuversicht

In den letzten 1,5 Jahren sammelte und recherchierte ich alles über das Auswandern nach Schweden: Was gilt es zu beachten, wie und wo meldet man sich an und was sind überhaupt die Bestimmungen, wenn man wie wir erst einmal 6 Monate ohne Arbeit Land und Leute kennenlernen möchte.

Fragen über Fragen. Mein Ordner füllte sich mit Informationen und wir schafften somit die Voraussetzungen für einen gelungenen Start. Trotz Corona stand der Umzug nach Schweden bei uns zweien nie in Frage. Wir waren „well prepared“. Unser Umfeld sah es anders ;-)))).

Mut

Wer den Film „Pet 2“ kennt und den „Hasen“ – so ist das ungefähr mit mir.

Mein Mut und mein Hasenherz überholen sich bisweilen. Da wir uns auf 50qm verkleinern wollten, musste sich auch unser bereits reduzierter Einrichtungsstil verkleinern. Wir hatten bisher eine großzügige 3 Zimmerwohnung. Sehr viel gab es nicht wegzugeben und meine erwachsene Patentochter freute sich über das eine oder andere an Küchenutensilien.

Am 02.01.2021 war es endlich so weit. Ich war unsicher, aufgeregt und auch traurig. In Zeiten wie diesen, ist es ungewiss, wann ich das nächste Mal meine Mutter oder beste Freundin sehen kann. Die Fragen, ob es Probleme bei der Einreise geben konnte, stellten wir uns ebenfalls und: „Was, wenn man uns zurückschickt?“, denn unsere Wohnung war bereits verkauft.

Alles ging gut

Nichts von dem traf ein, wir wurden an der Grenze digital gescannt und konnten mit Auto und Umzugswagen in Trelleborg/Schweden einreisen.

Die Frage, die sich an dieser Stelle einige stellen werden, was machen die zwei jetzt beruflich?

Das war bei mir zu Anfang nicht dran. Und auch mein Lieblingsmensch wollte nicht sofort beruflich durchstarten.

Ich hatte die letzten 2 Jahre sehr viel gearbeitet und wir hatten beschlossen, das neue Land, unsere Heimat zu bereisen. Ich bin ein quirliger Geist und ein Artikel über eine Frau, die ebenfalls in der Bankbranche tätig war und sich als virtuelle Assistenz neu orientiert hat, faszinierte mich. (So – jetzt bekomme ich Gänsehaut, denn Sibille schreibt hier von unserer Frau Heymlich ;-))) – Anmerkung der Redaktion).

Diesen Artikel las ich im Blog von Frl. Ordnung und er führte bei mir zu der Erkenntnis, dass ich genau das wollte. Frei und ungebunden als Unternehmerin arbeiten.

Virtuelle Assistenz und digitales Nomadenleben

Neues Lernen und nicht nur das, wir zwei Neuschweden entwickelten die Version vom digitalen Nomadenleben im Van. Technisches Equipment und ein von uns auszubauender Van fehlen aktuell noch zu unserem Glück.

Um diesen Berufstraum zu verwirklichen, nahm ich an dem Durchstarter-Kurs von Nadine Abdussalem, Virtual Assistent Woman, teil und lernte alles, was notwendig ist, um als selbstständige virtuelle Assistentin zu starten.

Kommen wir zurück nach Schweden. Für mich war klar, dass ich das Unternehmen in Schweden gründe. Meine zukünftigen Kunden sehe ich sowohl in Deutschland als auch in Schweden.

Doch wie und wo meldet man eine Firma an? Erneut setzte ich die Recherche-Brille auf und auch mein Herzmensch unterstützte das Vorhaben und das Zusammenstellen der relevanten Unterlagen.

Natürlich alles auf schwedisch. Genau in dieser Woche finden offizielle Termine statt und ich hoffe, mein Antrag wird kurzfristig genehmigt. Mein Ziel ist es zum 30.06.2021 mit meinem Business zu starten. Mich freut es ganz besonders, dass mein Herzmensch ebenfalls mit in unser gemeinsames Business einsteigt und wir uns einen Van kaufen, umbauen und als digitale Auftragnehmer das Land bereisen werden.

Ortsunabhängig zu arbeiten war von jeher mein Traum. Zu zweit die Abläufe im neuen Business zu planen und sich Freiräume zu schaffen, um zu wandern, zu baden und neue Regionen und Naturparks zu sichten, ist schlichtweg ein Lebenstraum von uns.

Die Region Skåne

Noch einen kurzen Schwenk in unsere Region. In Skåne spricht man Schwedisch mit einem harten dänischen Dialekt. Das liegt daran, dass Skåne oder die Schonen früher zu Dänemark gehört haben. Diesen Dialekt zu verstehen gestaltet sich im Alltag schwierig. Es ist Sprechen, wie mit einer heißen Kartoffel im Mund und manche Worte oder Buchstaben werden gänzlich verschluckt. Das macht das Miteinander nicht langweilig.

Die Schweden sind ein zurückhaltendes, aber freundliches Volk. Da wir zwei von unseren Persönlichkeiten ähnlich sind, fällt es uns nicht schwer, uns zu integrieren.

Der 5. Monat in Schweden beginnt und bisher fühlen wir uns sehr wohl: reisen mit unserem Wohnwagen umher, bereiten uns auf unser neues Berufsleben vor und genießen alles, was uns die Natur und dieses Land bietet. Derzeit stehen wir auf einem Campingplatz (fast leer) mit direktem Zugang zum Ostseestrand mit wunderschöner Dünenlandschaft. Ich bin täglich dankbar über unseren Mut, die Zuversicht, das Wollen und Loslegen.

Sibille Stiftlotse erzählt von ihrer Auswanderung nach Schweden und wie sie sich ihr weiteres Leben vorstellt

Fotocredit: Sibille

Auf Instagram bin ich aktuell noch unter meinen persönlichen Account sibille_stiftlotse zu finden und mein Portofolio meiner Tätigkeit als virtuelle Assistentin kannst du hier einsehen:

Sibille Kurdts - Portfolio virtuelle Assistenz

Hej då

Sibille

P. S. Liebe Sibille, ich danke dir für deine grandiose persönliche Geschichte, die bestimmt ganz vielen von uns Impulse schenkt, uns nochmal mit unserer eigenen Bucket-Liste zu beschäftigen. Ich wünsche dir von Herzen ganz viel Power, deine nächsten Schritte in das ortunabhängige Arbeiten und Leben zu gehen.

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4 Kommentare

  1. Liebe Bettina, liebe Sibille,
    das ist ja mal eine aufregende Mutmachgeschichte. Ich finde es supertoll, wenn jemand mit einem solchen Elan und einer solchen Verve seinen Weg geht.
    Deshalb wünsche ich dir, Sibille, alles Gute und viel Erfolg und Spaß weiterhin.
    Liebe Grüße
    Nicole
    P.S.: Und Gabi hat durchaus das Zeug zur Inspiration 😉

  2. Liebe Sibille, liebe Bettina,

    ich bin sehr begeistert von dieser wunderbaren Mutmachgeschichte. Ich selbst komme ja auch aus dem Bankbereich und habe mich beruflich umorientiert. Der Artikel schenkt sehr viel Mut und Zuversicht und ich freue mich, die Entwicklung der VA zu sehen und hoffe auf viele Bilder aus Schweden;).

    Ganz viel Erfolg und liebe Grüße
    Christina

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