Gastautorin Conny: Juni umständehalber abzugeben…  

Gastautorin Conny: Juni umständehalber abzugeben…  , diealltagsfeierin.de

Wie war dein Juni?

Das fragt Bettina in ihrem Post vom 01. Juli….

Wie war mein Juni?

Schön, durchwachsen. Schön durchwachsen.

Bettinas Monatsthema war Ordnung vs. Chaos.

In meiner persönlichen Vorschau machte einer meiner Lieblingsmonate einen recht guten ordentlichen Eindruck. Im privaten Bereich gab es gute Aussichten auf schöne Dinge, kleine Auszeiten und angenehme Begegnungen.

Aber auf beruflicher Ebene übernahm immer mehr das Chaos und setzte seinen Höhepunkt auf den letzten Tag im Juni!

Aber alles der Reihe nach:

Nachdem ich im vergangenen Frühjahr meine beste Teamplayerin Elke in den wohlverdienten Ruhestand gehen lassen musste, passierte in mir ganz viel. Neue Mitarbeiterinnen, eifrig und mir zugetan, zeigten mir, dass Toleranz gefragt war, dass anders gearbeitet wird. Mein Schwung ließ nach. Es begann ein Loslösungsprozess und nach einem Gespräch mit der Rentenversicherungsanstalt fiel die Entscheidung!

Im September setzte ich meine Vorgesetzten davon in Kenntnis, dass ich zum 01.10.2025 Pensionistin sein möchte. Mein Plan sah vor, dass ich mit Einsatz meines Resturlaubs Ende August meinem Arbeitsplatz den Rücken kehre. Eigentlich war alles schön ordentlich durchdacht und nach außen bzw. oben frequentiert.

Wenn eine Manifestorin ihren Job nicht machen darf

Sie hätten mich mal machen lassen sollen, denn als Manifestorin kann ich organisieren und einem strukturierten Plan ordentlich folgen.

Nicht so in einer öffentlichen Verwaltung, wo viele Wege nach Rom führen und keiner direkt, sofort, geschweige denn, geradeaus führt.

Seit Ende des Jahres habe ich in schöner, nervender Dauerschleife abwechselnd bei den entsprechenden Personen vorgesprochen und an die Ausschreibung meiner Stelle erinnert und die Umsetzung gefordert. Klargemacht, was es bedeutet, wenn ich gehe und keine Nachfolge eingearbeitet wird.

(Ja, jede/r ist ersetzlich, ich weiß. Aber mein Job ist ein wenig mein drittes Kind, mein Baby, und Babys lässt man nicht allein zurück. Elke und ich haben fast 20 Jahre der Stadtbücherei ein Gesicht gegeben, sie zu einem kulturell wichtigen Ort gemacht, mit einem ansprechenden Veranstaltungsangebot ausgestattet. Die Zusammenarbeit mit vielen Kooperationspartnern runden das Bild ab. Meine beiden neuen Kolleginnen sind mit dem Kerngeschäft, Ausleihe/Rückgabe/Einarbeitung, vertraut und können dies ohne Leitung aufrechterhalten. Aber um die Richtung zu halten, braucht das große Schiff einen Kapitän.)

Endlich fand die Ausschreibung Mitte Mai statt, mein Wunsch zu gehen wurde öffentlich. Bewerbungsfrist bis Anfang Juni. Vorstellungsgespräche Mitte Juni. Fünf wurden eingeladen, zwei erschienen.

Eine davon wählten wir aus…und von dieser Person bekamen wir gestern, am 30.06., die Absage:  Zu hoch der Berg, zu fremd die Sache, zu ängstlich, um vertrautes Terrain zu verlassen.

Peng!

In mir ist Chaos, Gedankenkarussell.

Mit der Absage kamen Wut, Enttäuschung, Tränen.

War mit dem Bewerbungsprozedere schon klar, dass mein Terminplan nicht zu halten ist, ist nun endgültig alles durcheinander. Hätte ich doch schon bei der RVA alles eintüten sollen, Rente beantragen und klare Fakten schaffen? (Termin dafür soll im Juli sein) Wäre es dann anders gekommen?

Zu Hause schlechte, unsichere Stimmung („Wahrscheinlich arbeitest du nächstes Jahr noch!? Willst du überhaupt aufhören?“),

auf der Arbeit neugierig interessiert („Wie lange sind Sie denn noch hier?“) und ansonsten dumme Floskeln, die eher ärgern, als Empathie verraten:

„Hat dich doch nicht mehr zu interessieren!“

„Kann dir doch egal sein.“

„Was kümmert‘s dich?“

„Lass sie doch sehen, wie sie zurechtkommen.“

Mein Weg, meine Art

Ja, kann alles sein. ABER DAS BIN NICHT ICH.

Wenn ich so, egal und interessenlos handeln würde, werde ich niemals damit zufrieden sein! Und genau das möchte ich! Zufrieden sein!

Das Gefühl haben, dass ich es gut gemacht habe. Und endgültig loslassen kann.

Tja, das war mein Juni. Möchte ihn jemand haben? Würde ihn glatt wegtauschen und noch mal mit Tag 1 anfangen.

Okay, Krönchen richten. Weiter geht’s! Lasst mir noch ein paar Tage, dann wird sich das Karussell im Kopf langsamer drehen und es wird sich ein Weg zeigen, der mich und alles andere in die richtige Richtung bringt.

Ich bin mir sicher!

In diesem Sinne, Conny

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