Co-Autorin Christina: Alles auf Anfang?! …. Vom Optimierungswahn, dem „richtigen“ Zeitpunkt und der Winterruhezeit.

Neues Jahr – neues Glück – alles auf Anfang?!

Ein neues Jahr liegt für mich immer wie ein unbeschriebenes Blatt vor mir und meine Motivation ist hoch. Ganz ehrfürchtig möchte ich alles „richtig“ machen, die Seiten nicht bekleckern und alles in Schönschrift schreiben – wie damals in der Schule.

Jedes Jahr mache ich mir eine Liste, die eigentlich nicht zu schaffen ist:

  • Täglich etwas für meine Gesundheit tun
  • Joggen, Yoga/Pilates oder an die frische Luft
  • Meditieren
  • Gesunde Rezepte kochen
  • Ordnung halten
Alles auf Anfang?! Winterruhe mit Christina. Die Natur malt die schönsten Gemälde

Fotocredit: Christina

Die Liste könnte ich unendlich weiterführen und doch weiß ich schon beim Aufschreiben, dass ich die Vorsätze nicht über die ersten Wochen hinaus einhalten kann.

Und schwuppdiwupp bin ich wieder in der Spirale von Frust und Schuldgefühlen drin, die ich nicht mehr möchte.

Alles auf Anfang?!

Alles auf Anfang und das eigentlich immer wieder im Leben, aber ohne Schuldgefühle, denn das Leben ist Veränderung, darf angepasst und neu justiert werden.

Alles auf Anfang?! Winterruhe mit Christina. Zarte Blüte

Fotocredit: Christina

Ich möchte nicht mehr stur eine Liste abarbeiten, die ich mir Anfang des Jahres auferlegt habe, sondern achtsam mit mir und dem Leben umgehen, spüren, was gerade dran ist. Und genau deswegen werde ich dieses Jahr keiner Liste hinterherrennen, sondern nur meinem Gefühl, dem ich folgen will, Raum geben.

Von tiefer Freude erfüllt und mit Geborgenheit geflutet. Dieses Gefühl soll im Jahr 2022 mein Kompass und Leuchtturm sein. Das Gefühl darf mich begleiten durch den Dschungel des Lebens, mir die Entscheidung bei Weggabelungen erleichtern und mich durch Nebel und unwegsames Dickicht führen.

Alles auf Anfang?! Winterruhe mit Christina

Fotocredit: Christina

Vom Optimierungswahn und Leistungsdruck

Diesem Gefühl zu folgen bedeutet wahrscheinlich nicht, nur noch das zu machen, was mir Spaß bringt, denn manchmal ist der Weg, der der tiefen Freude folgt und mich erfüllt sein lässt, auch steinig oder matschig, es gibt Abzweigungen und auch Rückschritte. Das gehört für mich zu einem authentischen Leben einfach dazu.

Alles auf Anfang?! Winterruhe mit Christina. #derwegentstehtbeimgehen

Fotocredit: Christina

Ganz bewusst möchte ich dieses Jahr nicht mehr Teil der Leistungsgesellschaft sein, die nach immer mehr Wachstum und Perfektion strebt und uns damit immer weiter antreibt, uns selbst zu optimieren, da wir immer noch nicht gut genug sind. Die Messlatte immer höher legt, damit wir immer höher, weiter, schneller kommen und werden, auch wenn wir dabei wahrscheinlich über unsere Grenzen gehen. Ich möchte dieses Jahr aus diesem Hamsterrad aussteigen, zumindest da, wo ich es beeinflussen kann und lasse das Aufschreiben der Vorsätze einfach sein.

Vom richtigen Zeitpunkt

Der Jahreswechsel fällt mitten in den Winter und die Natur ist noch in tiefer Winterruhe, so wie auch wir. Eigentlich der denkbar schlechteste Zeitpunkt, um Vorsätze wie zum Beispiel Sport oder Ernährungsumstellung anzugehen, da unsere Kraft noch ruht. Auch wir dürfen noch träumen, uns einkuscheln und uns Geborgenheit schenken, Samen setzen und neue Geschichten weben. Anfang Februar kommt dann ganz von selbst neue Kraft in uns und in der Natur zum Fließen. Bis dahin, werde ich langsam machen, in mich hören und schauen, was mein Herz zum Hüpfen bringt.

Alles auf Anfang?! Winterruhe mit Christina. It's cake o'click

Fotocredit: Christina

Vielleicht bedeutet es, dass ich täglich spazieren gehe, Krafttraining mache oder meditiere, weil mir gerade danach ist und nicht, weil ich meine Vorsätze erfüllen möchte. Vielleicht bedeutet es aber auch, dass ich mich zurückziehe (Linie 2 im Human Design liebt es hin und wieder zurückgezogen, um in der eigenen Kraft zu bleiben) und einfach auf dem Sofa einen Film schaue oder ein Stück Kuchen oder Zimtknoten esse. Dann ist das genauso okay. Nur keinen Stress, denn den haben wir schon genug im Alltag – und gerade auch nach der turbulenten Weihnachtszeit.

Alles auf Anfang?! Winterruhe mit Christina. Zimtschnecke

Fotocredit: Christina

Der Jahreskreis

Lasst uns sanft in das neue Jahr starten, und mehr davon tun, was uns Freude bereitet, uns mit der Natur, dem Jahreskreis und uns selbst verbinden. Das Leben ist zyklisch und die Spirale des Jahreskreises windet sich stetig in eine neue Spirale.

Die Spirale ist sowieso ein schönes Symbol, denn sie steht dafür, dass alles im Leben immer wieder neu beginnt und das Licht auch nach der dunkelsten Nacht wieder leuchtet. Nach einem Winter folgt ein Frühling, nach der Winterruhezeit fließen wir in den Frühlingsneubeginn und alles steht wieder auf Anfang.

Was sind Deine Erfahrungen mit dem Jahresanfang? Erzähl mal.

Alles auf Anfang?! Winterruhe mit Christina. Mach mal Pause

Fotocredit: Christina

Liebe Grüße

Christina von meinpusteblumengarten.de

Christina von Meinpusteblumengarten.de

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6 Kommentare

  1. Liebe Christina,

    danke für den Artikel. Ich bin an sich ein Listen-Mensch, aber nicht, wenn es um mein persönliches Ich geht. Bei Bedürfnissen höre ich in mich hinein.

    Ja, noch ruht mein inneres Ich, denn der Winter bedeutet hinein hören. Ab Februar werde ich quirlig und meine Energie will raus.

    Mein Wort für 2022 lautet intensivieren. Nicht mehr sondern tiefer gehen.

    Gruß
    Sibille

    • Liebe Sibille,

      hin und wieder brauche ich auch Listen. Meine Bedürfnisse habe ich lange nicht gekannt, da immer jemand anderes im Vordergrund stand. Mittlerweile entdecke ich sie immer mehr und tauche auch immer tiefer.

      Dein Wort für 2022 ist super und ich bin gespannt, wohin es Dich führt.

      Liebe Grüße
      Christina

  2. Liebe Nicole,

    es fühlt sich so viel besser an, nach dem Gefühl zu gehen und ich spüre schon jetzt, dass dieser Weg meiner ist, zumindest für dieses Jahr, mal schauen, wo er mich hinführen mag😉

    Ganz liebe Grüße
    Christina

  3. Liebe Christina, toller Text! Mir gefällt der Gedanke, dass der Winter ein schlechter Zeitpunkt für Vorsätze ist. Deswegen zieht man sich damit so viel Frust! Ich mache meine Jahresprojekte gerne von September bis September, jetzt weiß ich wieso 😉 Also lass uns gemeinsam unsere Samen behüten, damit es dann später im Jahr ganz einfach gelingt!
    Licht 🕯 und Sonne ☀️ Für Euch
    Tanja

    • Liebe Tanja,
      von September bis September ist auch eine wundervolle Idee, Du setzt sozusagen die Samen im Herbst, lässt sie im Winter aufgehe und zum Frühjahr erblühen, im Sommer wachsen, um im Herbst zu ernten. Das werde ich mir merken, vielleicht gibst du mir im Herbst nochmal ein Zeichen 😉 Danke für Deinen Impuls.

      Liebe Grüße
      Christina

  4. Liebe Christina,
    ja, ich stimme dir zu. Auch ich bin aus dem höher schneller weiter besser vor einiger Zeit ausgestiegen und es gefällt mir ziemlich gut. Was nicht heißt, dass es mich nicht trotzdem manchmal einholt…
    Darum finde ich deine Einstellung zum Jahresanfang sehr gut und wünschenswert. Ich hoffe, dir gelint das Durchhalten und du findest deinen Weg damit.

    Alles Liebe
    Nicole

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