Warum ich die alltagsfeierin geworden bin – Teil 1

Seelensachen No. 40 - Warum ich die alltagsfeierin geworden bin

Die Alltagsfeierin, wie kam es denn überhaupt dazu?

Re-Branding, Nische, die Frage nach dem „Warum“, Mission, Vision, Elevator-Pitch, meine Persona und für was kann ich mich eigentlich als Expertin bezeichnen?

Mit diesen Fragen habe ich mich seit Januar 2020 fast ausschließlich beschäftigt, denn in mir wurde der Ruf nach Veränderung, Klarheit und dem Mich-selbst-noch-besser-kennenlernen-wollen immer lauter.

Was das alles mit meiner Entwicklung zur Alltagsfeierin zu tun hat, darum geht es heute in diesem Post.

2019

2019 war ein durchwachsenes Jahr für mich. Ich musste (inzwischen weiß ich: durfte) an verschiedenen Stellen Abschied nehmen und auch die tödliche Krankheit meines Papas hat mich doch stark zum Wanken gebracht, so dass ich aus meinen Erfahrungen heraus beschlossen hatte, bis zum Jahresende mir mit ganz viel #druckraus meine Gesundheit in den Fokus zu rücken.

Das hast du, wenn du bei mir schon länger mitliest, vielleicht gar nicht so gemerkt, denn inzwischen bin ich wirklich schon ein eine Expertin darin, wie ich mich, trotz chronischer Erkrankung, gut schütze und eben nicht komplett ins Nirgendwo abrausche.

Weil ich nun die ganzen, für dich vielleicht recht undurchsichtigen Schlagwörter, nun für mich bearbeitet und umgesetzt habe, ist es an der Zeit, nochmal zum Anfang zurückzugehen, um dich abzuholen, solltest du nicht immer ganz mitkommen ;-)))) oder auch ganz neuen Leser*innen die Möglichkeit zu geben, zu entscheiden, ob das #teamalltagsfeierei das Richtige ist.

die alltagsfeierin

Um zu erklären, wie ich so entspannt und locker geworden bin und wie ich nochmal mit Ende dreißig mein Leben so richtig auf links gedreht habe, muss ich am Anfang beginnen und habe mir überlegt, dafür 10 Jahre zurückzureisen, um dir die alte Bettina vorzustellen.

Denn das, was ich da in meinem Re-Branding für diealltagsfeierin.de gemacht habe, ist für jeden interessant, der sich besser kennenlernen möchte und so quasi eine „Bedienungsanleitung“ für sich selbst erstellen kann. Wenn du dich dann richtig kennengelernt hast und dann irgendwann der Mensch bist, der du sein möchtest, dann geht das Leben erst richtig los:

Alltags-Rock’n’Roll pusteblumenleicht und das gerade dann, wenn dein Leben schon wiedermal einen Stinkefinger für dich im Gepäck hat und dich gerne wieder komplett aus der Bahn werfen möchte.

diealltagsfeierin.de der Lifestyle- und Foodblog aus Würzburg - Alltags-Rock'n'Roll pusteblumenleicht

Also Zeitmaschine für die Reise in das Jahr 2010 ist bereit.

Wir haben das Jahr 2010, ich bin Bettina, lebe im Landkreis Würzburg in einem schönen Haus. Das nicht alleine, denn da sind noch meine drei Mädels, die Große ist neun Jahre alt und die Zwillingsmädels sieben. Dann gibt es auch noch meinen Mann, der allerdings beruflich dermaßen eingespannt ist, dass ich unter der Woche oft von Dienstag bis Freitag allein mit den Kindern bin. Zusätzlich arbeite ich als Buchhalterin in Teilzeit in einem amerikanischen Unternehmen.

Morgens verlassen wir fast gleichzeitig das Haus, die Kids Richtung Schule, die Mama ins Büro: Zahlungseingänge buchen, Mahnungen verschicken, dadurch immer äußerst nette (nicht) Anrufe haben und noch so vieles mehr. Je nach Stundenplan lasse ich meinen Stift fallen, bzw. rufe eine Freundin an, die an der Bushaltestelle wohnt, um die Kleinen abzufangen, wenn ein Besprechungstermin mit der Heimkehr der Kinder kollidiert und ich so keine Chance mehr habe, pünktlich zu Hause zu sein.

Das aber nur, wenn ich später als eine halbe Stunde nach Hause komme, denn die Zwillingsladies stehen drei Mal die Woche bereits um halb zwölf wieder auf der Matte, so dass sie dann auch bis zwölf Uhr alleine zu Hause sind. Früher kann ich es gar nicht schaffen und da sie zu zweit sind, haben wir uns für diese Lösung entschieden.

Ab nach Hause

Beim Heimfahren überlege ich dann endlich mal, was ich denn kochen könnte und plane bereits generalstabsmäßig den Nachmittag: wie lange können Hausaufgaben gemacht werden, was für ein Nachmittagsprogramm steht an, wer muss wann wo sein, und wann beginnt der Elternabend eigentlich???

Oft kommen wir auch gleichzeitig wieder nach Hause. Schulkindbetreuung? Bei uns auf dem Land damals noch äußerst unausgereift und kommt deshalb nicht infrage.

Ich stürze an den Herd, die Mädels sind (was ein Glück) gleich bereit, sich ihre Hausaufgaben vom Hals zu schaffen und ich fange mit dem Kochen an: irgendwas aus dem Päckchen, Nudelsuppe, Fischstäbchen, also irgendwas, das ich in kürzester Zeit auf den Tisch bringen kann. Denn ab drei geht es schon mit Musikunterricht, Ballett oder Taek won do weiter….

Wenn der Göga (also mein göttlicher Gatte, wie er gerne genannt werden würde ;-))))) da ist, übernimmt er auch Fahrten, zumindest all das, was am Abend stattfindet.

 Das bisschen Haushalt

Einkaufen findet zwischen den Ballettstunden statt, da tausche ich nur die Kinder aus und gehe mit denen, die eben gerade nicht tanzen, in den Supermarkt.

Ballettsaal

Wäsche? Mache ich oft freitags, denn da habe ich frei, dafür arbeite ich dienstags 10 – 12 Stunden und an diesem Nachmittag haben wir eine Tagesmutter für die Mädels engagiert.

Diese ist übrigens ein Geschenk des Himmels, denn nicht selten wird sie auch morgens um sechs angerufen, wenn eines der Kinder krank geworden ist. Das darf ich dann bei ihr aufs Sofa packen und kann arbeiten gehen.

 Abends wird dann mit einer Freundin telefoniert, oder gebügelt, aber ganz oft schlafe ich schon um neun auf dem Sofa ein…..

 Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Wie es mir dabei geht? Ehm, wer bin ich eigentlich und was macht mich aus? Warum bin ich immer so gestresst, niedergeschlagen und fange oft einfach das Weinen an?

Warum rocke ich das nicht, das muss doch möglich sein! Andere schaffen das doch auch!

 Ehrenämter

Um weiter die perfekte Fassade aufrecht zu erhalten, bin ich auch noch ehrenamtlich tätig, früher als Kassier im Elternbeirat im Kindergarten und dann jahrelang als Organisatorin des Kinderkleidermarktes unseres Ortes, auch dafür nehme ich mir auf Überstundenbasis oft frei, wenn der Termin immer näher rückt.

Was ich perfekt drauf habe, ist das Organisieren. Bei uns flutscht das alles wie am Schnürchen. Dass das die Mädels so mitgemacht haben, im Nachhinein wirklich bewundernswert für mich. Es wird auch wirklich wenig diskutiert, denn ich denke, sie spüren selbst, wie wenig Spielraum wir haben.

Überstunden zum Auffangen der Ferien

Ich erarbeite mir z. B. Überstunden (was in diesem Unternehmen nicht wirklich schwer ist) und teile mir meine Arbeitsabläufe so ein, dass ich sogar die Schulferien der Mädels fast komplett auffangen kann. Gemeinsam Urlaub haben der Göga und ich nur einmal im Jahr für zwei Wochen im Sommer und da kommen wir dann auch nur mit ganz viel Jonglage durch die sechs Wochen Schulferien.

Eine Woche reisen Opa und Oma an und auch die Tagesmutter wird noch mehr engagiert.

Perfekt fühlen?!? Bei weitem nicht, denn da sitzt in mir ein Antreiber und innerer Kritiker, der seinesgleichen sucht, der immer wieder stichelt, wie unfähig ich doch bin, wie undankbar und was ich alles noch versuchen und machen könnte, damit ich endlich mal eine gute Mutter werden würde.

Kreativität

Also versuche ich natürlich perfekte Kindergeburtstag zu schaffen, mir das schönste Kostüm für die Mädels zur Faschingsfete zu überlegen. Übernehme die komplette Geschenkeplanung der ganzen Verwandtschaft für die Mädels, backe – selbstverständlich – jeden Kuchen, für jede Veranstaltung, bei der Kuchenspenden gebraucht werden – frisch. Und, und, und!!!!

„Mach dir doch nicht so einen Stress!“, sagt mein Mann dann immer. Da hat er einerseits recht, denn diese Nacht- und Nebelaktionen passieren nun mal immer zusätzlich, aber zeigen auch hier schon ganz deutlich, was mein Herz eigentlich zum Hüpfen bringen würde….

 Wenn ich das nun auch nicht mehr mache…..was bleibt da noch übrig?????

 Ich bin immer müde, platt und erschöpft – IMMER!!!

In den Ferien, wenn ich mit den Mädels zu Hause bin, hänge ich in den Seilen, versuche das Liegengebliebene aufzuarbeiten oder bin einfach nur für alles zu platt.

 Wir fahren einmal im Jahr in Urlaub, aber erholt und aufgetankt komme ich schon seit einigen Jahren nicht mehr nach Hause. Es ist eher so, dass ich zu Ende des Urlaubs hin schon wieder den Alltag strukturiere, plane, wie ich die zwei Wochen liegengebliebene Wäsche rocke und dann gleich wieder mit 120 % Arbeitszeit in den Job zurückkomme, weil da nun auch alles liegengeblieben ist und der nächste Monatsabschluss schon wieder vor der Tür steht.

Habe ich vergessen, etwas aufzuschreiben? Sicherlich! Aber einen kleinen Einblick hast du nun bestimmt.

Depression ist eine Krankheit und keine Befindlichkeit

Dass ich damals schon an Depressionen erkrankt war, wusste ich nicht bzw. wollte das garantiert auch noch nicht wahrhaben. Eine psychische Erkrankung? Also ich!!! Das kann es nicht geben, da muss nur noch ein bisschen mehr Organisation her, ein bisschen mehr Härte mir selbst gegenüber…..

Ich habe übrigens noch zwei weitere Jahre auf diesem Niveau durchgehalten, bevor mir mein Körper, stellvertretend mit dem Holzhammer, erklärte, dass er nun gedenkt, die Notbremse zu ziehen. Davon aber im nächsten Teil mehr……

Hamsterrad

Erkennst du dich vielleicht sogar ein bisschen wieder? Steckst du auch oft in einem Hamsterrad aus Ansprüchen, Verpflichtungen und Druck?

Es muss sich übrigens bei weitem nicht so heftig anfühlen, wie das bei mir der Fall war.

BeYOUtiful

Denn ich möchte laut in die Welt rufen: BeYOUtiful!!!! Du bist der Mensch, dem es am besten gehen darf, damit du genug Power hast, für andere da zu sein und eben den Alltag fulminant und alltagsfeierlich zu rocken.

Selbst wenn die Probleme, Baustellen und Herausforderungen für dich schier unendlich erscheinen: Ich habe es geschafft und dann kannst du das erst recht schaffen!

Dafür habe ich ein Feuerwerk an Ideen, Vereinfachungen und Inspiration für dich, damit du Schritt für Schritt, in deinem Tempo, eine Alltagsfeierin werden kannst.

Ich wünsche dir eine fulminante Wochenmitte.

Mittwochsfeierliche Grüße

Bettina, diealltagsfeierin.de

Seelensachen No. 40 - Warum ich die alltagsfeierin geworden bin

Merk's dir für später!

4 Kommentare

  1. Liebe Bettina,
    Wow! Ich bin gerade leicht gänsehäutig und tief beeindruckt von deinen Worten. Sich selbst so reflektieren zu können und zu sehen, das erfordert sehr viel Weitsicht, Mut und Stärke. Umso schöner ist es, dass ich weiß, dass du es offensichtlich geschafft hast, sonst würden wir heute nicht so von dir lesen können.
    Ich bin jetzt schon gespannt auf Teil II. Auch ich habe meinen Vater bei schwerer Krankheit begleiten dürfen und manchmal bedarf es solcher traurigen Rüttler, um etwas gerade zu rütteln.
    Es ist schön zu sehen, dass dein Motto Druck raus auch bei dir offensichtlich Früchte getragen hat.
    Danke für diesen Text. Ich bin immer noch sehr bewegt und nachdenklich.
    Liebe Grüße
    Nicole

    • Hallo Nicole,

      ich danke dir für deine lieben Worte! Ja, so ein Re-Branding ;-))) schafft es schon sich nochmal ganz anders mit sich selbst auseinanderzusetzen. Teil zwei folgt, denn wir sind ja erst am Anfang meiner Transformation und ich freue mich, dass du mich auf diesem Weg begleitest und vor allem genau das für dich daraus mitnehmen kannst, was dir hilft, die Frau zu sein, die du sein möchtest.

      Mittwochsfeierliche Grüße

      Bettina

  2. Liebe Bettina,

    ich habe Gänsehaut und einen “Kloß im Hals” schnief …
    immer höher, immer weiter, immer besser …
    und irgendwann bleibt “frau” dann auf der Strecke,
    weil das Pensum einfach nicht zu schaffen ist,
    und auch ich habe geglaubt, ich wäre für all das alleine zuständig.

    Das Gefühl “Wer bin ich eigentlich und wenn ja, wie viele?” kenne ich nur zu gut.

    Vor Jahren habe ich mal an einer Grundschule gearbeitet. An der Tür vom Lehrerzimmer hing von innen, so dass man es jedes Mal sah, wenn man in die nächste Stunde ging, ein Poster auf dem stand sinngemäß … “nur wer sich zuerst gut um sich selber kümmert, nur der kann gut für andere da sein” …

    Wie schön, dass Du für dich “die Reißleine ziehen konntest”. Ich für meinen Teil habe “die Kurve auch bekommen” … und mit #meinjunimitmir … hilfst Du sicherlich auch noch vielen anderen.

    Liebe Grüße von Katrin

    • Hallo Katrin,

      danke dir. Ich habe so einige Jahre und Unterstützung gebraucht, um zu lernen, warum ich so war, wie ich eben war. Das war bei mir auch einer der Grundsteine, damit ich dann mich davon befreien konnte und ich so das Leben leben und lieben wieder lernen konnte. Stück für Stück in meinem Tempo.

      Schön, dass du hier bist.

      Mittwochsfeierliche Grüße

      Bettina

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