Powerfrauen-Interview No. 04 – Birgit von relativjung.de

Birgit Haase, relativjung, relativjung.de der Blog für alle Frauen, die das Älterwerden auf später verschieben möchten.

Es war einmal eine Miniblogst in Frankfurt, zu der ich ein bisschen zu früh angereist war. So ging es auch Birgit von relativjung.de und als wir uns dann im Foyer des Hotels getroffen haben – zwei etwas verloren wirkende Bloggerinnen – dann war es so etwas wie Mögen auf den ersten Blick und das ist so geblieben ;-))).

Nein, das stimmt so nicht, denn es ist inzwischen eine richtig gute Freundschaft entstanden: zwischen zwei Frauen, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnten und die sich so richtig ins Herz geschlossen haben.

Deshalb ist es heute an der Zeit, dich mit Birgit bekannt zu machen und dazu habe ich mir einige Fragen überlegt.

Hallo Birgit, stellst Du Dich mal vor?

Sehr gerne. Ich bin Birgit Haase, blogge seit 2005 und seit 2016 auf relativjung.de. Gerade habe ich meinen Podcast „Männerkatalog – 99 Blind Dates“ gestartet.

Birgit von relativjung.de. Der neue Podcast Männerkatalog oder 99 Blind Dates, relativjung - alt werden kannst du später

Ich liebe es zu lachen und Gründe dafür zu haben und schaue, dass ich immer das Gute in etwas finden kann, was zugegebenermaßen ab und an nicht gelingt. Gute Menschen um mich zu haben, schöne Dinge, Wohlgefühl und die Sonne, all das mag ich sehr. Ich liebe die Liebe, und das meine ich auf alle Arten der Liebe bezogen. Meine Meinung ist, dass wir nur in Liebe vorankommen, mit wem und was auch immer. Und ja, auch da gibt es Grenzen, weil manche Menschen es nicht gewohnt sind, liebe- und respektvoll behandelt zu werden.

Immer dieses Internetz

Das Internet ist schon lange mein Freund, und wenn sich das merkwürdig anhört, darf es das gerne. Ich sage oft, dass ich im Netz lebe, aber das stimmt nur zum Teil. Denn ich liebe es, mit Freunden zusammen (Essen gehen zum Beispiel) oder in der Natur zu sein (ich mache sehr gerne lange Spaziergänge, wobei Spaziergang es nicht ganz trifft, denn ich bin sehr zügig unterwegs, fragt Bettina mal…(kann da gut mithalten… (Anmerkung der Redaktion ;-))))))). Außerdem liebe ich es zu tanzen (freestyle wohlgemerkt) und gehe seit einiger Zeit wieder mit meist jüngeren Menschen auf Veranstaltungen in Clubs. Ich bin überhaupt gerne mit jüngeren Menschen zusammen.

Übers Internet bin ich schon sehr vielen Menschen begegnet, die dann auch in meinem Leben zu lieben Freunden wurden. Das finde ich wunderbar. Da ich einen Beruf ausübe, der mir viele Jahre viel Reisezeit und Abwesenheiten von zu Hause beschert hat, habe ich es auch immer gemocht, übers Netz den Kontakt halten zu können. Da nun viele Menschen auch nicht in meiner Nähe wohnen, gilt dies auch für die Zeit, in der ich zu Hause bin. Meine Welt wäre viel kleiner ohne dieses Neuland.

relativjung

Ansonsten liebe ich Freiheit und Toleranz. Ich bin eine Frau, die das Schwarz-Weiß-Denken nicht mag. Liegt vielleicht daran, dass ich oft mehrere war: Ich war Stadt- und gleichzeitig Land-Kind (ja!), Angestellte und Vertraute eines Chefs (geht auch), ich brauche viel Abwechslung und auch Ruhe (tja…)……

Oft ist der Wechsel von Schwarz in Weiß oder umgekehrt nicht automatisch grau, aber auch das Grau hat seine Vorzüge. Es gibt nicht immer EINEN Weg für alle. Das zu glauben ist aberwitzig, und wer daran festhält, gibt die Verantwortung für sein Leben ab. Zum Thema „Verantwortung abgeben“ sage ich später auch noch etwas.

Ich lebe ein eigenständiges Leben und mag das auch so. Aber genau das kann auch sehr müde machen…

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Beschreibe Dich mit drei Hashtags

Puh, gar nicht so einfach, denn ich bin so vieles. Aber ich wähle heute mal diese:

#freiheitsliebend, #selbstbestimmt, #positiv

Wie bist Du auf die Idee mit dem Podcast „Männerkatalog – 99 Blind Dates“ gekommen?

Tja. Da stand ich mit meinen Ü 50 vor gut einem Jahr wieder ohne Partner da. Nach dem ersten Sortieren wusste ich: Ich muss da wieder „raus“. Ich hätte nie gedacht, dass es so anstrengend sein kann. Aber viele Geschichten sind im Nachgang lustig. Und da ich weiß, dass es vielen so geht, und ich immer wieder gehört habe, dass ich diese Geschichten doch erzählen sollte und dazu noch eine schöne Stimme habe (sagt man mir), habe ich entschieden, jetzt endlich mit meinem Podcast „Männerkatalog – 99 Blind Dates“ zu diesem Thema zu starten. Es gibt viel zu erzählen.

An welchen Projekten arbeitest Du gerade?

Da kommt ganz vorne mein Podcast, denn der wird mich noch eine Weile begleiten im Sinne eines Projekts. Ich habe entschieden, unperfekt zu veröffentlichen, und das heißt dann im Nachgang, dass noch einiges glattgezogen werden muss. Ich habe mich an einigem, was da zu tun war, selbst versucht, und das sieht man eben noch. In Zukunft werde ich einige Aufgaben an Profis übergeben, damit alles auch professionell und schön aussieht. Das Podcasten selbst ist auch ein Dauer-Projekt. Für eine Folge muss ich mir viel Zeit einplanen.

Nebenbei (und das gilt nur gedanklich) bin ich auch noch in meinem Hauptberuf in einem richtig großen IT-Projekt als Fachexpertin beauftragt. Dort darf ich mein Expertenwissen einbringen, und das fordert mich auch ausreichend. Ich bin ausgebildete Organisatorin und schon seit vielen Jahren in Projekten gebucht.

Und mein ganz privates Projekt verarbeite ich ja im Podcast: Wäre schon schön, einen Partner zu finden. Bis ich den habe, sammele ich ausreichend Material für den Podcast.

Wie zelebrierst Du Deinen Alltag feierlich?

Ich arbeite am liebsten gerne. Ich finde nichts schlimmer, als ungern zur Arbeit zu gehen. Natürlich gibt es Zeiten, in denen es mal nicht so rund läuft oder unschön und anstrengend ist, aber gerne zu arbeiten, ist auch ein großer Teil meiner ganz persönlichen Alltagsfeierei.

Da mein Beruf eine wichtige Lebensqualitäts-Säule ist, gehört der eben zur Alltagsfeierei dazu. Wenn ich mal nicht arbeite, nehme ich gerne Gelegenheiten wahr. Ein Beispiel: Sobald die Sonne scheint, hält mich nichts mehr im Haus. Da muss ich rausgehen und lasse dafür auch mal die Hausarbeit sein. Denn die wartet auch noch nach der Rückkehr auf mich und wird in der Zeit nicht schlecht.

Ich fahre gerne sportliche Autos, besitze zwei und mein Luxus ist, sie auch mal stehen zu lassen. Das geht in einer Stadt sehr gut. Aber wenn der Wind um meine Nase weht (offen fahren geht auch im Winter!), bin ich so was von glücklich!

Ich bemerke die kleinen, schönen Dinge und Ereignisse während eines Tages. Es gibt so vieles, das Dein Herz erfreuen kann. Wenn Du das wahrnehmen kannst, ist das eine Art Dauer-Feierei. So geht es mir zumindest.

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Wie ist Dein Frauenbild, und wie stehst Du zu Frauenfreundschaften, auch in unterschiedlichen Lebenssituationen?

Ich mag viele Frauen, und warum ich das einschränke, kannst Du weiter unten lesen. Frauen können, wenn sie sich gewogen sind, unglaublich viel für sich und andere Frauen tun. Wenn Frauen sich mehr vereinigen würden, statt sich zu verurteilen oder anderen Frauen etwas zu neiden, wäre die Welt auch schon eine andere. Warum lassen wir oft die Andere nicht so sein, wie sie ist? So lange mich ein Mensch nicht ausbremsen oder mir seine Meinung aufdrücken möchte, kann ich mir doch einfach mal anhören, was er zu sagen hat.

Ich habe einige gute Frauen-Freundschaften. Die sind nicht jederzeit sehr eng, aber vertraut, und wir wissen, was wir an der Anderen haben. Und da gibt es Zeiten, in denen wir uns mehr sehen und auch mehr füreinander tun und auch wieder solche, in denen wir keinen großen Kontakt haben, ohne uns böse zu sein. Das finde ich sehr entspannt.

Verantwortung für das eigene Leben übernehmen

Zugegeben, ich empfinde Frauen ab und an als anstrengend. Ich bin in einer Männerdomäne beruflich groß geworden, und das hat mich sehr geprägt. Ich mag es, wenn jemand klar ist und auch das sagt, was er / sie gerade denkt. Zickigkeit kann ich so gar nicht leiden. Ich denke, dass wir Frauen uns oft selbst im Weg stehen. Wir dürfen nicht glauben, dass nur die Männer ihren Teil zu unserer Befreiung beizutragen haben. Wir haben viel selbst in der Hand. Das ist oft nicht einfach und kann anstrengen. Aber es erledigt uns niemand unseren eigenen Job. Das sollten wir viel öfter im Auge behalten und auch umsetzen. Wir Frauen dürfen die Verantwortung für unser eigenes Leben nicht abgeben. Letzteres beobachte ich aber häufig. Ist ja auch bequemer. Fragt mich gerne nach Beispielen dafür.

Aktuell erlebe ich die Verbundenheit des Sich-Gegenseitig-Unterstützens unter Frauen – und das nicht nur bei Frauen-Themen. Das liebe ich, und so sollte es sein!

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Unterschiedliche Lebensweisen – ja warum denn nicht!

Und das geht auch mit Frauen, die einen ganz anderen Lebensweg eingeschlagen haben. Das Leben, das Bettina und ich zum Beispiel führen, könnte uns trennen: Ich bin solo, schon lange selbständig, beruflich ziemlich eingebunden. Bettina ist verheiratet, noch nicht so lange selbständig, hat außerdem Kinder und damit auch ganz andere Aufgaben und auch Herausforderungen.

Aus der Freundschaft mit meiner besten Freundin Anke weiß ich, dass gerade das oft sehr gut und hilfreich ist. Wir kommen jeweils aus einer anderen Welt und gehen an Problemstellungen nicht mit Scheuklappen, sondern  offen aufeinander zu. Damit können wir die Andere immens unterstützen. So geht es auch Bettina und mir, und ich glaube ganz fest daran, dass wir uns nicht zufällig begegnet sind.

Gemeinsames Projekt – von Frauen – für Frauen

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Bettina und ich planen ein gemeinsames Projekt. Auf dem Weg dorthin helfen wir uns in Zusammenarbeit, die aktuellen Problematiken zu lösen. Da hat Jede ihre Kernkompetenzen und Ideen. Das macht so richtig Freude und tut so gut.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft?

Einiges habe ich schon erwähnt. Ich wünsche mir vor allem, dass wir uns fördern statt uns zu behindern. Das gilt für alle Menschen, Männer wie Frauen. Wenn wir jeweils das Beste im anderen Menschen sehen und das unterstützen, wird die Welt definitiv eine bessere werden. Ich wünsche mir also mehr Miteinander und gegenseitiges Wohlwollen, auch bei unterschiedlichen Standpunkten.

Für mich selbst wünsche ich mir inneren Frieden und einen Menschen, für den ich der wichtigste Mensch sein darf und dass ich genau das erwidern kann.

Außerdem wünsche ich mir, dass mich meine neuen Ideen beruflich tragen und mich noch unabhängiger machen und dauerhaft mit Freude erfüllen.

Danke, Birgit, für deine Offenheit und deine ganz persönlichen Geschichten und Einblicke in dein Leben.

Ich bin übrigens auch der Meinung, dass wir uns auf keinen Fall zufällig getroffen haben und freue mich auf unser gemeinsames Projekt und alles, was noch so kommen wird.

Liebe*r Leser*in : wie sieht es bei dir mit deinen Frauenfreundschaften aus? Klingt ihr von eurer Lebensweise her gleich oder könntet ihr nicht unterschiedlicher aufgestellt sein und liebt euch deshalb umso mehr? Erzähl es uns gerne!

Wir wünschen dir eine zauberhafte Donnerstagsfeierei und wenn du Birgits tolle Stimme mal live hören möchtest, legen wir dir ihren Podcast ans Herz.

Donnerstagsfeierliche Grüße

Birgit & Bettina

P. S.: Noch mehr Powerfrauen-Interviews findest du, wenn du auf den Link klickst.

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