Fernstudium zur Fotodesignerin – meine Erfahrungen

Redaktioneller Beitrag, das Fernstudium wurde von mir selbst finanziert

wie du wahrscheinlich über meine diversen Social Media Kanäle weißt, habe ich seit Oktober mein Fernstudium zur geprüften Fotodesignerin erfolgreich abgeschlossen.

Wie kam ich auf die Idee mit dem Fernstudium?

Als ich mir Mitte 2016 meine erste Spiegelreflexkamera gegönnt hatte, habe ich schnell gemerkt, dass ich noch ganz viel wissen und lernen wollte. Denn mit der Anschaffung eines solchen Schätzchens geht das Lernen ja erst wirklich los. Besonders wenn du bald merkst, dass du nicht im Vollautomatik-Modus fotografieren möchtest, sondern selbst bestimmen willst, wie deine Fotos aussehen sollen.

Der “klassische” Fotograf ist der, den man in einem Fotostudio vermutet, ziemlich viele Portraitshootings macht und gerade das ist bei mir nicht mein Hauptfokus.

Ich liebe die Food- und Stillleben-Fotografie und so habe ich genau deshalb auch mit Workshops angefangen, die sich exakt mit diesen Themen beschäftigen. So bin ich im Anfänger-Workshop bei Andrea gelandet und habe noch mehr Feuer gefangen: die Halbautomatik war schon mal erobert und ich merkte, dass ich noch viel mehr lernen wollte.

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Also folgten diverse Kurse an der VHS: Fotografie, Bildbearbeitung mit Gimp und Photoshop Elements. Vorteile: gut bezahlbar, aber meist auf ein einziges Wochenende begrenzt, so dass für mich der Lerneffekt zu punktiert war.

Nochmal eine richtige Ausbildung machen? Auch das war eine meiner Ideen, aber Anfang 40 mit drei Kindern und jede Menge Arbeit, das wäre nicht realistisch umsetzbar gewesen.

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Irgendwann habe ich mich dann an die Möglichkeit eines Fernstudiums erinnert (da hat sich wohl die Werbeplatzierung in den diversen Fernsehzeitschriften doch irgendwann bezahlt gemacht ;-))) und nach einigen Recherchen der Möglichkeiten bin ich dann bei der ILS-Fernuni aus Hamburg gelandet.

Hier mal eine kurze Zusammenfassung des Lehrgangs:

Fernstudium: Geprüfte/r Fotodesigner/in (ILS)

  • Dauer: 18 Monate, geschätzter wöchentlicher Zeitaufwand ca. 7 Stunden, die Regelstudienzeit darf bis zu 12 Monate kostenlos verlängert werden.
  • Teilnahmevoraussetzungen: Sicherer Umgang mit macOS oder Windows und dem Internet. Desweiteren als Arbeitsmaterial Computer, Digitalkamera, Farbdrucker, Internetzugang.
  • Umfang des Studienmaterials: 22 Studienhefte, Software Adobe Photoshop Elements mit Organizer als Gratissoftware inklusive.
  • Studienabschluss: Nach erfolgreicher Lösung aller Einsendearbeiten erhält man als Nachweis ein Zeugnis zum Lehrgang “Fotodesigner*in”. Auf Wunsch kann noch zusätzlich eine umfangreiche Prüfungsarbeit abgelegt werden. Mit dem Bestehen erhält man das Zertifikat “Geprüfte*r Fotodesigner*in”
  • Eine Förderung durch Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit ist zu 100% förderungsfähig, da der Fernlehrgang nach AZAV zertifiziert ist.

Wie läuft so ein Fernstudium ab?

Das ist ganz einfach. Nachdem du dich für deinen Studienlehrgang entschieden hast, forderst du die Unterlagen an und meldest dich an. Der Einstieg ist zu jedem Zeitpunkt möglich. Du erhältst den ersten Schwung Arbeitshefte und eine detaillierte Anleitung.

Außerdem meldest du dich mit deinen erhaltenen Zugangsdaten auf dem Online-Campus an. Über diesen hast du die Möglichkeit, deinem Online-Lehrer Fragen zu stellen, du reichst hier deine Prüfungsarbeiten ein und kannst auch mit anderen Mitstudierenden Kontakt aufnehmen. Auch eine Übersicht deines Fortschritts ist verfügbar und du kannst dir einen Überblick über deine Noten verschaffen.

Wenn du die Unterlagen hast, beginnst du mit dem Durcharbeiten der Hefte. Am Ende eines jeden Heftes findest du eine sogenannte Einsendearbeit.

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Ein Beispiel für eine praktische Einsendearbeit: Verständnis Thema “Tiefenschärfe”: gleiches Motiv, unterschiedliche Blendenöffnungen und somit unterschiedliche Tiefenschärfe.

 

Diese enthält Fragen zum Verständnis und auch praktische Aufgaben, die du lösen musst, so dass du gleich merkst, ob du noch tiefer in die Materie einsteigen darfst. Die Arbeiten werden dann an deine dir zugeordneten Fernlehrer zugeschickt. Dieser korrigiert und bewertet deine eingereichten Lösungen und benotet diese auch.

Wenn du Fragen hast, kannst du ihm diese jederzeit über das Onlineportal stellen.

Wie hoch sind die Kosten?

Das hängt von dem jeweilig gewählten Fernstudium ab. Bei mir waren es zu diesem Zeitpunkt nicht ganz 1.400 € für das komplette Studium. Diese wurden in 12 Raten abgebucht, so dass es für mich ein Betrag war, mit dem ich gut kalkulieren konnte.

Die ersten vier Wochen sind für dich erstmal kostenfrei und du kannst in diesem Zeitraum jederzeit entscheiden, ob es für dich die richtige Art des Lernens ist.

Was lernt man beim Fernstudium zur Fotodesigner*in?

Es gibt bei ILS einige Lehrgänge, die sich mit Fotografie beschäftigen. Deshalb habe ich für dich mal einen Auszug aus der Beschreibung des Fernstudiums:

Als Fotodesigner/in kennen Sie den gesamten Produktionsablauf für eine gute Aufnahme: von der Ideenfindung und Planung, Beleuchtung und Inszenierung über die digitale Nachbearbeitung bis hin zur technischen Aufbereitung eines Fotos für verschiedene Medien. Sie erstellen Aufnahmekonzepte, behalten auch bei umfassenden Fotoproduktionen den Überblick, sind kompetenter Ansprechpartner in Fragen der visuellen Kommunikation, können auch anspruchsvolle Motivideen in überzeugende Fotografien umsetzen und kennen sich in allen Fragen der digitalen Bildbearbeitung aus. Hinzu kommt, dass Sie sich auch mit rechtlichen Aspekten sowohl bei der Aufnahme als auch bei der späteren Präsentation auskennen sollten. All das wird im Lehrgang anhand von Übungen und vielen Beispielen praxisnah vermittelt. (Quelle ILS)

Der Fokus dieses Fernstudiums liegt für mich eindeutig auf der Bildbearbeitung und genau das war es, was ich noch mehr vertiefen und lernen wollte. Die eigentliche digitale Fotografie wird nur in den ersten 6 Monaten bearbeitet, danach geht es um die Bedienung von Photoshop Elements.

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Dieses Programm wird dir von der Installation bis hin zur Veröffentlichung deiner Bilder beigebracht, bzw. du lernst es Schritt für Schritt kennen. Dazu werden dir auch Fotos zur Verfügung gestellt, so dass die Bilder, die im Heft bearbeitet werden, dir auch zur Verfügung stehen.

Vorteile eines Fernstudiums

  • Freie Zeiteinteilung
  • Kalkulierbare Kosten
  • Du kannst lernen, wo immer du dich gerade aufhältst

Nachteile eines Fernstudiums

  • Freie Zeiteinteilung ;-))))), du musst dich selbst motivieren, um dranzubleiben
  • Kein direkter Kontakt mit anderen Studenten
  • Fragen nur über E-Mail möglich, somit immer zeitliche Verzögerung

Mein Fazit

Zu diesem Zeitpunkt war es genau der richtige Ansatz, denn ich wünschte mir ein Lernen, das über einen längeren Zeitraum stattfindet. Für mich war es wie ein Navigationssystem, das mich durch das Programm Photoshop Elements geführt hat, denn im reinen Selbststudium via YouTube, Internet und Co. hätte mich das einfach total überfordert.

Einige Kritikpunkte habe ich aber auch: mir ist es für unsere Zeit schon ein wenig zu altmodisch und gerade bei kreativen Berufen würde ich mir eine zusätzliche Präsentation mit Videos wünschen. Es gab so einige Momente gerade bei den praktischen Arbeiten, bei denen mir die visuelle Aufbereitung so einige Stunden Zeit gespart hätte.

Denn ohne zusätzlich Recherchen in diversen Portalen und der Anschaffung von zusätzlichem Lehrmaterial war mir das Bearbeiten, so wie ich es mir für mich vorgestellt hatte, nicht möglich.

Von einigen Kritikern habe ich auch gelesen, dass sie solche Studiengänge als zu teuer empfinden. Es stimmt, dass es dafür zwar einige Kurse oder Bücher gibt, jedoch habe ich hier bei mir in der Gegend kein Angebot gefunden, das für mich dieses Komplettpaket geboten hätte.

Ganz wichtig waren für mich die Einsendearbeiten und auch die Abschlussprüfung, denn erst bei diesen Gelegenheiten habe ich richtig viel dazugelernt, da mein Ehrgeiz so richtig geweckt wurde und ich während des Bearbeitens genau gemerkt habe, wo ich noch Defizite habe.

Bettina Höchsmann, diealltagsfeierin.de, Alltagsfeierliche Fotografie, Prüfung zur Fotodesignerin Thema: Feuer, Wasser Erde, Luft

Eine meiner Prüfungsaufgaben für die geprüfte Fotodesignerin: Feuer, Wasser, Erde, Luft

 

Ich finde auch, dass eigentlich noch Adobe Lightroom mit in den Lehrplan aufgenommen werden sollte, weil gerade das Zusammenspiel von Lightroom und Photoshop wichtig wäre.

Wenn du noch ganz am Anfang der digitalen Fotografie stehst, dann kommt dieser Bereich meiner Meinung nach auch zu kurz, aber dafür gibt es auch andere Studiengänge.

Geprüfte Fotodesignerin

Ich bin jetzt geprüfte Fotodesignerin, habe mit einem Schnitt von 1,4 abgeschlossen (YEAH ;-)))))) und für mich war das genau der richtige Weg. Denn das, was ich erreichen wollte, habe ich erreicht: ich bin jetzt noch viel sicherer im Umgang mit der Bildbearbeitung und habe auch meine fotografischen Grundlagen gefestigt und erweitert.

Aufträge hatte ich schon vorher und wahrscheinlich hätte ich mein Wissen auch auf anderem Wege erreichen können. Aber dieses Zertifikat ist nun mal auch ein Nachweis, dass ich mich nicht ausruhe, sondern gerne lerne und so bestmöglich auch für meine Kunden das Wissen habe, damit ich Aufträge zur vollsten Zufriedenheit erledigen kann.

Ich habe mir bewiesen, dass ich alles rocken kann, was ich mir vornehme und werde sicherlich auch noch vieles dazulernen.

Offenheit für Neues, die Bereitschaft zur Weiterbildung und auch Weiterentwicklung ist immer gut. Besonders für dich selbst!

Hast du vielleicht selbst schon mal ein Fernstudium gemacht? Hast du noch Fragen? Dann lass es mich wissen, ich beantworte sie dir gerne.

Liebe Grüße

 

Bettina

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Liebe Bettina,

    geliebäugelt habe ich damit auch schon. Aber neben dem ganztags Job und dem Nebenjob ist mir dies leider nicht möglich. Aber auch die angesprochenen Punkte, visuelles Lernen und Lightroom. Schade… da sollten die mal darüber nachdenken.

    Ich spekuliere aber da aber noch auf etwas ganz anderes 🙂 Du weisst es und wenn es soweit ist, dann freue ich mich schon riesig.

    Aber jetzt fahre ich erst einmal zur Reha.

    Liebe Grüße
    Elke

    Antworten
  • Liebe Bettina, herzlichen Glückwunsch zum hervorragenden Abschluss und danke für diese Artikel 😍 … hat dieser mich doch daran erinnert, dass ich vor längerer Zeit auf ein Weiterbildungsstudium gestoßen bin, dass mich interessierte, aber damals fehlten Zeit und Geld. Nun denke ich darüber nach, damit im Herbst zu beginnen. 😎 … Liebe Grüße von Katrin

    Antworten

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